Österreich muss sich Deutschland fügen

Sport / 23.05.2026 • 22:41 Uhr
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Samuel Dove-McFalls im Clinch mit Dominic Zwerger. gepaÖsterreich bekam von Deutschland eine auf die Kappe.

Bei der Eishockey-WM verlieren Rohrer und Co. gegen den Nachbarn mit 2:6. Viertelfinale dennoch in Reichweite.

Zürich Österreichs Eishockey-Nationalteam hat bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz im Schlüsselspiel gegen Deutschland eine bittere 2:6-Niederlage kassiert und damit einen großen Schritt Richtung Viertelfinale verpasst. Vor ausverkauftem Haus in der Zürcher Swiss Life Arena hielt die Mannschaft von Teamchef Roger Bader lange dagegen, musste sich am Ende aber einem effizienteren deutschen Team geschlagen geben.

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Leon Wallner brachte Österreich in Front. gepa

Die Ausgangslage vor dem Nachbarschaftsduell war klar gewesen. Deutschland stand enorm unter Druck und benötigte einen Sieg, um im Rennen um das Viertelfinale zu bleiben. Österreich wiederum hätte bereits ein Punkt gereicht, um die Chancen auf den erneuten Einzug in die K.-o.-Phase massiv zu erhöhen. Nach dem Überraschungssieg Lettlands wäre Rot-Weiß-Rot mit einem Erfolg nach regulärer Spielzeit sogar fix im Viertelfinale gestanden.

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Im Vergleich zur klaren 0:9-Niederlage gegen Gastgeber Schweiz kehrten mit Vinzenz Rohrer und Dominic Zwerger auch zwei Vorarlberger Leistungsträger zurück aufs Eis. Beide brachten sofort Energie in eine Partie, die vom ersten Bully weg mit offenem Visier geführt wurde. Beide Teams suchten den Weg nach vorne, agierten aggressiv und schenkten sich keinen Zentimeter Eis.

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Vinzenz Rohrer legte alles in die Waagschlae. gepa

Österreich präsentierte sich im ersten Drittel etwas bissiger und zwang Deutschland immer wieder zu Fouls. Nach neun Minuten durfte die Bader-Truppe erstmals im Powerplay ran, die große Chance zur Führung ließ aber noch auf sich warten. Diese hatte Benjamin Nissner nach einem starken Zuspiel von Peter Schneider, doch Deutschlands NHL-Goalie Philipp Grubauer reagierte glänzend. Kurz vor der ersten Pause vergaben auch Schneider und Gregor Biber aus aussichtsreichen Positionen, dennoch lag das Momentum klar bei Österreich.

Die verdiente Führung fiel schließlich kurz nach Wiederbeginn. Tim Harnisch bereitete stark vor, Leon Wallner traf in der 23. Minute zum 1:0 für Österreich. Die Freude hielt allerdings nur kurz. Praktisch im Gegenzug gelang Lukas Reichl der Ausgleich. Danach entwickelte sich ein hochklassiger Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Österreichs Goalie Atte Tolvanen rettete nach einer halben Stunde stark gegen Stefan Loibl, war wenig später aber geschlagen. Nach Unkonzentriertheiten in der Defensive nutzte Joshua Samanski eine schöne Kombination zur deutschen 2:1-Führung.

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Deutschlands Lukas Reichel war nicht zu halten, erzielte drei Tore. gepa

Österreich hatte in dieser Phase Mühe, den Rhythmus wiederzufinden, rettete sich aber mit nur einem Tor Rückstand in die zweite Pause. Im Schlussdrittel startete Rot-Weiß-Rot druckvoll und ambitioniert, doch ausgerechnet in dieser Phase kassierte Vinzenz Rohrer eine Strafe. Deutschland nutzte die Überzahl eiskalt aus, Lukas Reichel erhöhte in der 46. Minute auf 3:1.

Als David Maier wenig später den Puck unglücklich zum 1:4 ins eigene Tor lenkte, schien die Partie entschieden. Doch Österreich zeigte noch einmal Moral. Nur wenige Sekunden später brachte Lokalmatador Rohrer nach Vorarbeit seines Vorarlberger Landsmanns Simeon Schwinger die Hoffnung mit dem Treffer zum 2:4 zurück.

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Österreichs Teamchef Roger Bader musste eine Niedrelage mit seiner Mannschaft gegen Deutschland hinnehmen.

Diese hielt allerdings nur kurz. Österreich agierte nun zu aggressiv und handelte sich gleich mehrere Strafen ein. Peter Schneider musste nach hohem Stock für fünf Minuten vom Eis, Thimo Nickl kassierte zusätzlich zwei Strafminuten. Mit nur drei Feldspielern stemmte sich Österreich gegen die deutsche Übermacht, konnte den Zusammenbruch aber nicht verhindern. Nach einem Stangenschuss von Parker Tuomie sorgte erneut Lukas Reichel mit seinem dritten Treffer des Abends für das 5:2. Als Teamchef Bader in der Schlussphase Tolvanen vom Eis nahm, setzte Deutschland mit dem 6:2 ins leere Tor endgültig den Schlusspunkt.

Trotz der schmerzhaften Niederlage lebt der Traum vom Viertelfinale für Österreich weiter. Dafür benötigt das ÖEHV-Team nun allerdings Punkte in den verbleibenden Gruppenspielen gegen Finnland und die USA.