WM-Fieber in Vorarlberg: Zwischen Grillfest, Leinwand und Österreich-Träumen

Österreich ist dabei und die Vorfreude steigt. Während manche Vorarlberger den Kopf in den Sand stecken, ist für andere die WM weit mehr als nur Fußball.
Schwarzach Wenn Österreich bei einer Fußball-Weltmeisterschaft antritt, wird selbst in Vorarlberg aus manchem Gelegenheitszuschauer plötzlich ein Fan. Die Vorfreude auf das Turnier ist spürbar – von Feldkirch bis in den Bregenzerwald. Die VN haben sich umgehört, wie die Vorarlberger die WM verfolgen wollen, wem sie den Titel zutrauen und warum das Turnier weit mehr ist als nur Fußball.

Für Christopher Füxl aus Feldkirch ist die Sache klar: Das Eröffnungsspiel schaut er beim Public Viewing im GUK. Überhaupt sieht er die WM als großes Gemeinschaftserlebnis. “Es ist ein Event des Zusammenkommens, des Beisammenseins”, sagt er. Sein Weltmeistertipp fällt dabei wenig überraschend patriotisch aus: “Klar, Österreich. Für uns muss Österreich ganz vorne stehen, mindestens im Finale.”
Dass Fußball Menschen verbindet, beobachtet Füxl auch beruflich und gesellschaftlich. “Der Bierverkauf steigt dann rasant an”, sagt er schmunzelnd.
Public Viewings hoch im Kurs

Auch Othmar Heidegger zählt die Momente bis zum Anpfiff. Vor allem die Spiele der österreichischen Nationalmannschaft stehen bei ihm fix im Kalender. “Da bin ich voll dabei”, sagt der leidenschaftliche Fußballfan. Als Geheimfavoriten für den Titel nennt er allerdings nicht Spanien oder Frankreich, sondern England. “Das wäre für mich ein heißer Tipp.”
Public Viewings gehören für ihn ebenfalls zur WM dazu – auch wenn die ungewöhnlichen Anstoßzeiten der Österreich-Spiele organisatorische Herausforderungen mit sich bringen. “Wenn es ein Public Viewing gibt, dann ist das Erlebnis selbst schon riesig. Dann ist das Match fast schon zweitrangig.”
Richtige Fans schauen auf der Leinwand im Garten

Im Bregenzerwald wird die WM dagegen ganz gemütlich im eigenen Garten verfolgt. Sandro Muxel aus Au bezeichnet sich selbst als “brutalen Fußball-Fan” und wird die Spiele auf einer Leinwand zu Hause ansehen. Sein Favorit auf den Titel ist ebenfalls England. Raffael Bischofsberger aus Schoppernau setzt auf Frankreich. Fußball begleitet ihn ohnehin regelmäßig durch das Jahr. “Ich schaue hauptsächlich viel Fußball”, sagt er.
Für das soziale Leben sehr wichtig
Doch nicht nur eingefleischte Fans fiebern dem Turnier entgegen. Eva-Maria Müller interessiert sich zwar normalerweise wenig für Fußball, bei einer Weltmeisterschaft macht sie aber gern eine Ausnahme. Vor allem dann, wenn Österreich auf dem Platz steht.
Dabei steht für sie weniger das Sportliche im Vordergrund als das Miteinander. Gemeinsam mit Freunden wurde bereits ein Grillfest organisiert. “Bei einer WM ist das natürlich immer ein sozialer Faktor. Da geht es nicht nur um die Mannschaft und um die Tore, sondern auch darum, dass man zusammenkommt”, sagt sie.

Ähnlich sieht das Stefan Jielg. Die ungewöhnlichen Spielzeiten der österreichischen Mannschaft beschäftigen derzeit sogar seine Arbeitskollegen. “Heute haben wir in der Firma besprochen, wo wir das Public Viewing machen”, erzählt er. Schließlich finden manche Partien bereits um sechs Uhr morgens oder mitten in der Nacht statt.
Trotzdem will er keines der Österreich-Spiele verpassen. Ab dem Viertelfinale möchte er dann möglichst alle Begegnungen verfolgen. Einen klaren Favoriten auf den Titel hat er nicht. Sein etwas widerwilliger Tipp lautet: “Am Schluss wird wahrscheinlich leider wieder Deutschland gewinnen.”

Ob im Gastgarten, auf der heimischen Leinwand, beim Grillfest oder beim Public Viewing: Die Vorfreude auf die Fußball-WM ist in Vorarlberg spürbar. Für die einen steht der Sport im Mittelpunkt, für die anderen das gemeinsame Erlebnis. Einig sind sich jedoch fast alle in einem Punkt: Wenn Österreich spielt, wird mitgefiebert.