Nach Chaos bei Meisterfeier: Jetzt redet Rätia-Torjäger Hasan Naso

Rassismusvorwürfe? Schwerwiegende Anschuldigungen nach dem Spielabbruch in Bludenz.
Bludenz Auch zwei Tage nach dem Chaos zum Saisonfinale von Meister FC Rätia Bludenz und FC Schwarzach und dem Abbruch nach 79 Minuten gibt es viele offene Fragen. Nach Ansicht von Rätia Bludenz war eine Auseinandersetzung rund um Torjäger Hasan Naso der Auslöser der späteren Tumulte. Der 32-fache Saisontorschütze schildert die Szene aus seiner Sicht detailliert.
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“Ich wollte zum Schiedsrichter gehen, um auf ein aus meiner Sicht klares Foul hinzuweisen. Dabei wusste ich nicht, dass bereits auf Abstoß für unsere Mannschaft entschieden worden war. Als ich beim Schiedsrichter stand, kam ein Gegenspieler aus Schwarzach auf mich zu, schubste und beleidigte mich. Der Schiedsrichter stand direkt daneben und hat die Situation gesehen. Ich schob ihn leicht weg, damit er Abstand hält. Daraufhin packte er mich am Hals und hielt mich dort mehrere Sekunden fest. Obwohl ich ihn mehrfach aufforderte, loszulassen, tat er dies nicht. Als meine Mitspieler dazukamen, um die Situation zu beruhigen, warf mich der Gegenspieler schließlich zu Boden. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt vor, eine Auseinandersetzung zu provozieren, sondern wollte lediglich mit dem Schiedsrichter sprechen”, sagte Hasan Naso.
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Kratzspuren
Bludenz-Sportchef Izet Music sieht darin den entscheidenden Auslöser für die Ausschreitungen. Nach seinen Angaben waren bei Hasan Naso nach den Vorfällen deutliche Kratzspuren im Gesicht sowie Verletzungsspuren im Halsbereich sichtbar. In weiterer Folge sei es zu einer Rudelbildung gekommen, aus der sich tumultartige Szenen entwickelt hätten.
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Andere Sichtweise
Der FC Schwarzach beurteilt die Vorgeschichte anders. Die Gäste verweisen auf eine Szene unmittelbar vor der Eskalation. Nach ihrer Ansicht hätte der Bludenzer Torhüter nach einem Handspiel außerhalb des Strafraums die Rote Karte sehen müssen. Der Schiedsrichter entschied jedoch auf Abstoß für die Gastgeber.
Schwarzach-Trainer Felix Meusburger erhebt seinerseits schwere Vorwürfe gegen Spieler der Gastgeber. “Viele unserer Spieler wurden mit Schlägen und Fußtritten ins Gesicht attackiert”, sagte Meusburger.
Schwere Vorwürfe
Drei Spieler des FC Schwarzach mussten nach den Vorfällen im Krankenhaus Dornbirn behandelt werden. Nach Vereinsangaben konnten alle drei Spieler wieder nach Hause entlassen werden. Die Verletzungen erwiesen sich glücklicherweise als weniger schwer als zunächst befürchtet.
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Nach den Bestimmungen des Vorarlberger Fußballverbandes sind in der 3. Landesklasse bei Heimspielen fünf Ordner vorgeschrieben. Rätia Bludenz hatte nach eigenen Angaben aufgrund der Meisterfeier zehn Ordner im Einsatz und damit doppelt so viele wie vorgeschrieben. Dennoch wird die Rolle des Ordnerdienstes Gegenstand der Aufarbeitung sein. Ob der Verein wegen möglicher organisatorischer Versäumnisse mit einer Geldstrafe rechnen muss, wird der Straf- und Meldeausschuss beurteilen.
Zusätzliche Brisanz erhält der Fall durch weitere Vorwürfe aus dem Lager der Gastgeber. Laut Sportchef Music sollen Funktionäre des FC Schwarzach beim Verlassen des Stadions rassistische Äußerungen gegenüber dem Klub Rätia Bludenz getätigt haben.
Während Polizei und Verband die Vorfälle aufarbeiten, will auch der FC Rätia Bludenz Konsequenzen ziehen. Am Montagabend sollte gemeinsam mit dem Vorstand eine umfassende Analyse der Ereignisse erfolgen. “Es wird sicher zu Konsequenzen kommen. Solche Sachen haben im Fußball nichts verloren”, betonte Sportchef Music. Statt über die Meisterschaft wird im Unterhaus damit vor allem über einen Saisonabschluss gesprochen. VN-TK