“Ihr macht es mir wirklich schwer”

Heim-WM übt großen Reiz aus. Anna Gasser überlegt einen Start, und Alessandro Hämmerle will “genießen”.
Vandans Noch sind es exakt 250 Tage bis zur Eröffnung der FIS Snowboard-, Freestyle- und Freeski-Weltmeisterschaften im Montafon. Doch schon jetzt wächst die Vorfreude auf das größte Wintersportereignis, das Vorarlberg und Tirol jemals gemeinsam ausrichten werden. Vor allem bei den heimischen Stars löst der Countdown Emotionen aus.


“Mit so vielen coolen Heimevents wird es mir nicht leicht gemacht, aufzuhören”, sagt die zweifache Snowboard-Olympiasiegerin Anna Gasser. Und deshalb ist die 34-Jährige am Grübeln. Der Höhepunkt wäre für die Kärntnerin die Weltmeisterschaft im Montafon. “Das steigert natürlich die Motivation, vielleicht doch noch ein Jahr dranzuhängen. Wenn ich topfit bin und mich gut fühle, dann steht nichts im Weg. Ich werde aber an diesem Punkt meiner Karriere nichts erzwingen – letztlich wird es eine Bauchentscheidung.”
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Ihr Snowboardcross-Pendant Alessandro Hämmerle, ebenfalls zweifacher Olympiasieger, fiebert seiner Heim-WM entgegen. “Die Vorfreude ist groß, und der Wunsch, bei der Heim-WM eine Topleistung abzurufen, gibt mir einen zusätzlichen Motivationsschub”, sagt der Vorarlberger. Noch sei er entspannt, bis zum ersten Schneetraining liege aber noch viel Arbeit vor ihm. “Beim Gedanken an eine Medaille daheim kriege ich schon jetzt Gänsehaut. Das wäre ein Mega-Add-on meiner Karriere.”

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Auf der Zielgeraden
Von 6. bis 21. März 2027 werden das Montafon und das Kühtai zum Zentrum der internationalen Snowboard-, Freestyle- und Freeski-Szene. Athletinnen und Athleten aus rund 40 Nationen kämpfen in 17 Disziplinen um insgesamt 31 Weltmeistertitel, vergeben werden 87 Medaillen. Auch organisatorisch befindet sich das Projekt auf der Zielgeraden. “Wir arbeiten bereits seit langer Zeit an diesem Projekt, und in weniger als einem Jahr werden wir die Ziellinie erreichen”, verspricht Christian Speckle, Projektverantwortlicher der WM.


Das Organisationsteam wachse kontinuierlich, Woche für Woche würden die Inhalte konkreter. Ziel sei es, “ein unvergessliches Erlebnis zu schaffen und das Montafon als Bühne für erstklassigen Sport zu präsentieren”. Für den Österreichischen Skiverband ist die WM trotz eines Budgets von rund neun Millionen Euro wirtschaftlich solide aufgestellt. “Wir hätten die WM nicht angenommen, wenn wir nicht mit einer schwarzen Null rechnen würden”, betont VSV-Präsident Peter Scrivener. Der ÖSV trage mit seiner Veranstaltungs-GmbH die Haftung, dazu kommen Fördermittel des Landes Vorarlberg und des Standes Montafon sowie Einnahmen aus den Werberechten.


Mitten in der Vorbereitung steckt auch Skicrosserin Sonja Gigler, für die die Titelkämpfe eine echte Heim-WM sind. “Ich bin hier in die Skihauptschule gegangen”, sagt sie. Körperlich fühle sie sich auf einem guten Weg, derzeit sammle sie beim Wasserskifahren Kilometer. Gleichzeitig soll das Mentaltraining künftig noch stärker in den Fokus rücken. “Wenn ich das in den Griff bekomme, dann läuft der Schlitten.”


