Premieren-Doppelpack auf dem ÖTV-Thron

Maximilian Taucher glänzt mit Einzel-Gold und Doppel-Silber.
Joel Schwärzler holt Einzel-Silber und Doppeltitel.
Oberpullendorf Vorarlbergs Asse haben bei den österreichischen Tennis-Staatsmeisterschaften im burgenländischen Oberpullendorf Geschichte geschrieben. Mit zwei Gold- und zwei Silbermedaillen feierte der Vorarlberger Tennisverband (VTV) die erfolgreichste Ausbeute seit 20 Jahren bei nationalen Titelkämpfen. Für die Höhepunkte sorgten Rollstuhl-Jungstar Maximilian Taucher mit seinem ersten Staatsmeistertitel im Einzel sowie Joel Schwärzler, der sich im Herrenbewerb bis ins Finale spielte und dort die Silbermedaille gewann. Beide rundeten ihre starken Auftritte mit Edelmetall im Doppel ab.

Der 18-jährige Maxi Taucher bestätigte bei den Rollstuhlbewerben eindrucksvoll seine Favoritenrolle. Nach einem ungefährdeten 6:2, 6:0-Erfolg im Viertelfinale gegen seinen Doppelpartner und Paralympics-Teilnehmer Thomas Flax aus Dornbirn sowie einem klaren 6:0, 6:2 im Halbfinale gegen den Steirer Martin Hörz-Weber wartete im Endspiel Österreichs Nummer eins Nico Langmann. Auch dort ließ sich Taucher nicht aus der Ruhe bringen und beendete mit einem 6:3, 6:4 die Erfolgsserie des topgesetzten 29-jährigen Wieners und sicherte sich erstmals in seiner Karriere den österreichischen Staatsmeistertitel im Einzel.

Den historischen Doppelpack verpasste Taucher nur knapp. Gemeinsam mit dem 40-jährigen Thomas Flax spielte er sich bis ins Finale und stand dort kurz vor dem ersten Doppel-Staatsmeistertitel eines Vorarlberger Duos. Nach einem souveränen ersten Satz und einer vergebenen Chance im zweiten mussten sich Taucher und Flax den topgesetzten Josef Riegler und Martin Hörz-Weber nach 6:0, 6:7 und 7:10 im Match-Tiebreak geschlagen geben. Die Silbermedaille bedeutete dennoch einen weiteren großen Erfolg.

Von Serienmeister gestoppt
Auch Joel Schwärzler unterstrich im Burgenland seine Stellung als derzeit bester Vorarlberger Tennisspieler. Nach der kurzfristigen Absage von Österreichs Nummer eins Sebastian Ofner rückte der Harder als Nummer drei des ÖTV auf Setzplatz zwei vor und erreichte bei seinen ersten Staatsmeisterschaften souverän das Endspiel. Nach einem Freilos bezwang der 20-Jährige zunächst Nick Ihlenfeld (NÖ) mit 6:0, 6:4, anschließend den Burgenländer Alexander Wagner mit 6:4, 6:4 und kämpfte sich im Halbfinale nach Satzrückstand mit 3:6, 6:1, 6:1 gegen Lokalmatador Alexander Schiel (B) ins Finale.

Dort wartete Trainingspartner und Titelverteidiger Lukas Neumayer. Der 23-jährige Salzburger, der sich zum vierten Mal in den vergangenen fünf Jahren den Staatsmeistertitel sicherte, erwies sich vor allem mit seinem Aufschlag als zu stark. Schwärzler musste sich nach 85 Minuten mit 4:6, 3:6 geschlagen geben und gewann Silber. „Der Aufschlag von Luki war heute eine Waffe und der entscheidende Unterschied. Meine eigene Leistung war ganz ok“, sagte Schwärzler nach dem Endspiel.

Im Doppel gelang dem Harder schließlich doch noch der Sprung auf die oberste Stufe des Podests. Gemeinsam mit dem Kärntner Leo Gutjahr, als Nummer eins gesetzt, spielte sich Schwärzler ohne Satzverlust ins Endspiel und setzte sich dort mit 7:6, 6:4 gegen Nick Ihlenfeld und Lukas Neumayer durch.
Schwärzler holte damit den dritten Staatsmeistertitel eines Vorarlbergers im Herren-Doppel. Den Ersten hatte 1995 der Lustenauer Volker Scherzinger gewonnen. Elf Jahre später, im Juli 2006, triumphierten Martin Fischer und Philipp Oswald sowohl in der Halle als auch im Freien. Bei den Heim-Staatsmeisterschaften damals in Dornbirn gelang Tamira Paszek der Doppelpack mit Gold im Einzel und Doppel.