Strolz und ÖSV-Slalom-Truppe auf „Jagd-Ausflug“

Teambuilding, Bergwanderung Konditionstraining – und dazwischen ganz etwas Anderes.
Tschagguns, Lustenau Tropische Hitze ist nicht gerade das Lieblings-Metier der Skistars, doch das Wetter kann man sich in der Vorbereitung auf die Weltcup- und WM-Saison nicht aussuchen und deshalb war für die Slalom-Herrenmannschaft (WC4) des ÖSV, die dieser Tage im Montafon ihr Quartier aufgeschlagen hatten, ordentlich Schwitzen angesagt. Etwa bei der Tour auf die Tschaggunser Mittagsspitze, die die neuformierte Trainingsgruppe unter der Leitung von Coach Robert Füß mit Fabio Gstrein, Johannes Strolz & Co. unternahm.

Vom Gipfelkreuz an den Schießstand
„Perfekt getimt“, konstatierte Johannes Strolz tags darauf beim Fotoshooting auf der Terrasse des Rheintal-Schützenhauses in Lustenau. „Zum Glück haben wir das Programm umgestellt – in der Indoor-Schießanlage spielt der Regen keine Rolle – bei der Bergtour wäre er gestern unangenehm gewesen“, ist Robert Füß happy über diese Planänderung.

Bergtour oder Schnuppertag am Schießstand? ist das die typische Vorbereitung auf die Slalom-Saison? „Natürlich nicht“, lacht der 48-jährige Robert Füß aus Wertach im Allgäu, der im Frühjahr 2025 die WC 4 als Cheftrainer übernommen hat. „Diese Woche nehmen wir es etwas lockerer – Konditionstraining, Regeneration, aber vor allem Teambuilding ist angesagt und dafür wollen wir eben dazwischen ganz Anderes machen – etwa diesen Besuch hier am Schießstand.“

Eingefädelt hat die Aktion Oberschützenmeister Heinz Hagen: „Die Familie Tschohl vom Montafoner Hof und ich kennen uns von der Jagd her und als wir angefragt wurden, haben wir gerne zugesagt – man hat nicht alle Tage ein Weltklasse-Slalomteam zu Gast“, freute sich der Lustenauer Schützenchef, der den prominenten Gästen „seinen“ Stand (Hagen: „der modernste im Umkreis von Hunderten Kilometern.“) vorstellte und dann mit seinen Kollegen eine umfassende Führung organisierte, bei der die Slalom-Asse ihre Treffsicherheit ausgiebig testen durften.

Verborgene Talente
Es begann zum Einüben am Luftgewehrstand, wo Simon Rueland gleich mit dem ersten Probeschuss 10,6 Ringe vorlegte. Eine Marke, an der sich seine Kollegen samt Betreuerteam – Thomas Grafinger, Kevin Nober und Cheftrainer Robert Füß – die Zähne ausbissen. Doch nicht nur der Tiroler ließ verborgenes Talent erkennen. Das Wetteifern ging über den KK-Stand im Pistolenstand weiter, wo vor allem die Polizisten Johannes Strolz und Fabio Gstrein unter Beweis stellten, dass sie ihre Hausaufgaben im Beruf gemacht hatten.

Vor allem der Doppel-Olympiasieger aus Warth beeindruckte den Gastgeber Heinz Hagen mit einer starken Leistung. „Möchtest du nicht bei uns anfangen?“, kommentierte der Oberschützenmeister spontan das Ergebnis, mit dem sich Strolz als Schütze sehen lassen konnte. Nach dem Skilauf eine zweite Sportkarriere als Schütze? Wer weiß, ein großes Vorbild hätte Strolz junior ja: Othmar Schneider schaffte viele Jahre nach seinem Ski-Olympiasieg als Pistolenschütze die Qualifikation für die Weltmeisterschaft.


Abschließender Höhepunkt des Ausflugs der Slalom-Asse nach Lustenau waren dann aber das Schießen am Jagdstand und vor allem im „Kino“, dem Schießen im Simulator, in dem alle möglichen Jagdsituationen elektronisch nachgestellt werden.

Die Jagdstände, so Hagen, wurden im Schützenhaus Rheintal in Kooperation mit der Vorarlberger Jägerschaft eingerichtet. „Sie dienen nicht nur dem sportlichen Schießen, sondern auch als Trainings- und Ausbildungsstätte der Jäger, die für den Jagdschein auch entsprechende Schießausbildung absolvieren müssen“, erläuterte Hagen, bevor die Jagd auf den Kipphasen am Strand und u. a. die Wildsau im Simulator begann. Peter Strauss
