Eine Saison, die alles verändert hat

Sport / 10.07.2026 • 15:12 Uhr
Pferdesport Reiten Dressur
Beim letzten Qualifikationsturnier in Norditalien „knackte“ Fabian Hofer mit Zaharah erstmals die 70-Prozent-Marke.Helene Iljazovic

Dressurreiter Fabian Hofer schafft in seiner erster internationalen Saison die EM-Qualifikation und träumt vom Profisport.

Lustenau Mit 17 Jahren steht Fabian Hofer dort, wovon viele Nachwuchsreiter jahrelang träumen. Der Lustenauer, beim Reitstall Rheinau Höchst gemeldet, hat sich gemeinsam mit seiner achtjährigen Stute Zaharah für die Junioren-EM 2026 der Dressurreiter qualifiziert. Von 13. bis 18. Juli vertritt er Österreich im tschechischen Olmütz – der bisherige Höhepunkt einer außergewöhnlichen Saison.

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Rasante Entwicklung

Bemerkenswert ist dabei vor allem die Geschwindigkeit, mit der sich Hofer auf internationaler Bühne etabliert hat. Erst in diesem Kalenderjahr absolvierte der Schüler der HTL Dornbirn seine ersten FEI-Turniere. Wenige Monate später gehört er bereits zu den besten Junioren-Dressurreitern Österreichs und misst sich bei einer Europameisterschaft mit der internationalen Elite seiner Altersklasse.

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Die siegreiche OEPS-Equipe in Bedizzole in der Junior Team Comeption. Helene Iljazovi

Der Grundstein für die EM-Nominierung wurde bei der Sichtung des Österreichischen Pferdesportverband (OEPS) in Ebreichsdorf gelegt. Dort empfahl sich Hofer für internationale Einsätze. Es folgte eine Turnierserie, in der sich seine Leistungen kontinuierlich steigerten. Beim internationalen Turnier im italienischen Bedizzole (Provinz Brescia in der Lombardei) gewann er die Junior Team Competition mit 68,889 Prozent und belegte Rang sieben in der Einzelwertung.

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Auch im burgenländischen St. Margarethen bestätigte er seine Form mit konstant hohen Bewertungen. Einen weiteren Schritt nach vorn machte das Duo in Olmütz. In einem Starterfeld von 39 Reitern erreichte Hofer die Plätze drei und vier und verbesserte seine persönliche Bestleistung auf 69,902 Prozent.

70-Prozent-Marke „geknackt“

Den endgültigen Durchbruch schaffte er schließlich beim letzten Qualifikationsturnier im norditalienischen Verolanuova. Mit 70,4 Prozent erreichte er nicht nur den zweiten Platz in der Junior Team Competition, sondern durchbrach erstmals die international viel beachtete 70-Prozent-Marke. Damit war die Qualifikation für die Europameisterschaft perfekt.

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Ein Herz und eine Seele: Fabian Hofer und sein Pferd.Helene Iljazovic

Dass dieser Meilenstein bereits jetzt gelingt, ist keineswegs selbstverständlich. Zaharah, Jahrgang 2018, zählt mit ihren acht Jahren zu den jüngsten Pferden auf diesem internationalen Niveau. Während viele Konkurrenten auf deutlich erfahrenere Pferde setzen, entwickelten sich Hofer und seine Stute innerhalb nur einer Saison zu einer international konkurrenzfähigen Paarung.
Gerade in der Dressur, in der Vertrauen, Präzision und jahrelang eingespielte Abläufe oft den Unterschied ausmachen, gilt eine derart rasche Entwicklung als außergewöhnlich

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Fabian Hofer verbringt täglich mehrere Stunden bei seinem “Schützling” im Reitstall.

Hinter diesem Aufstieg steht ein erfahrenes Trainerteam. Fabian Hofer wird von Clemens Werner sowie vom Kärntner Christian Schumach betreut. Schumach gehörte bereits zum ÖOC-Olympiateam in Tokio 2021 und erreichte bei den Sommerspielen 2024 in Paris mit der Mannschaft den achten Platz.
Zusätzlich profitiert Hofer von gezielten Nachwuchsprogrammen. Er gehört dem 2025 gegründeten Talentekader des Vorarlberger Pferdesportverbandes (VPS) ebenso an wie dem Talenteteam Österreich und dem OEPS-Nachwuchskader.

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Fabian Hofer mit Trainer Clemens Werner und Landsfrau Sopie Riedl.

Die kontinuierliche Leistungssteigerung während der gesamten Saison gilt als Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen Reiter, Pferd und Trainerteam.

Kinderstufe 1: Fabian Hofer, Jonas Keetmann und Maceo Schmid (v. l.). VTS
Fabian Hofer (l.) als Kunstturnen 2017. VTS

Dass Hofer heute über eine außergewöhnliche Körperbeherrschung verfügt, hat seinen Ursprung nicht im Pferdesport. In seiner Kindheit war er Kaderturner an der Sportmittelschule Wolfurt. Die dort erworbenen koordinativen Fähigkeiten kommen ihm heute im Dressursattel zugute. Nach Einschätzung seiner Trainer zählen Balance, Bewegungsgefühl und die feine Abstimmung mit dem Pferd zu seinen größten Stärken.

Die Burschen der SMS Wolfurt holten sich zum neunten Mal den Landesmeistertitel.  Privat
Fabian Hofer (vorne r.) mit dem Team der Sportmittelschule Wolfurt bei der Volleyball School Championships Boys 2022.  Privat

Mit der EM-Nominierung verbindet der Lustenauer jedoch weit mehr als einen sportlichen Meilenstein. Sie soll zugleich der Beginn einer langfristigen Karriere im Spitzensport sein. Nach der Reifeprüfung an der HTL Dornbirn hofft Hofer auf einen Platz im Heeresleistungszentrum, um künftig unter professionellen Bedingungen trainieren und den nächsten Schritt Richtung internationale Spitzenklasse machen zu können.

Die Europameisterschaft in Tschechien wird damit nicht nur zur Premiere auf der größten Nachwuchsbühne Europas. Sie markiert den vorläufigen Höhepunkt einer Saison, in der aus einem nationalen Talent innerhalb weniger Monate ein international beachteter Dressurreiter geworden ist.