996 Tage Warten sind genug

Sport / 29.07.2026 • 18:13 Uhr
Austria Lustenau, Sun Minimeal Arena, Dorf
Austria Lustenau, Sun Minimeal Arena, Dorf

Austria Lustenau spielt nach fast drei Jahren wieder Bundesliga in Lustenau. Voraussetzungen dafür gänzlich neu.

Lustenau Wenn die Austria am kommenden Sonntag in der Sun Minimeal Arena auf die SV Ried (17 Uhr) trifft, kommt es zu einem Comeback der besonderen Sorte. Auf den Tag genau vor 996 Sonnenaufgängen spielten die Grün-Weißen zuletzt im Österreichs Oberhaus auf heimischen Boden.
Am 11. November 2023 mussten die Mannschaft unter Trainer Markus Mader eine 2:2 (0:1)-Niederlage gegen den Wofsberger AC hinnehmen. 3848 Zuschauer waren Zeuge des letzten Spieles im damals noch altehrwürdigen Reichshofstadion, bevor die Baumaßnahmen für den Stadionneubau begannen und die Mannschaft nach Bregenz umzog. Der Ausgang ist bekannt, die Grün-Weißen mussten absteigen.

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Am 11. November 2023 ging die letzte Bundesligapartie in Lustenau über die Bühne. gepa

Große Unterschiede

In den zwei Jahren, acht Monaten und zwei Tagen ist nicht nur viel Wasser dem benachbarten Rhein hinuntergeflossen, sondern die Gemeinde Lustenau stellte der Austria ein Schmuckkästchen als Stadion hin, die Kicker zogen nach und schafften nach zwei Jahren Zweitklassigkeit wieder den Aufstieg in die Bundesliga.

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Nach dem Match im November 2023 begann der Umbau des Reichshofstadions. Vincent Baur ging mit seinem Vater vorbildlich voran.

Organisatorisch hat für Vincent Baur, seines Zeichens Geschäftsführer Lizenzierung, Marketing, Spieltagsorganisation, ebenfalls extrem viel verändert. „Die Unterschiede zum Arbeiten im alten Reichshofstadion und der Sun Minimeal Arena könnten größer nicht sein. In allen Belangen tun wir uns um vieles leichter. Der Wegfall des Improvisierens an einem Spieltag ist herauszuheben. Jetzt ist alles geregelt, was zb. Absperrungen oder Kabelwege für den Strom betrifft. Dazu sehe ich den ganz großen Vorteil für unsere Zuschauer, die nun alle im Trockenen sitzen, falls es einmal regnet“, erklärt Baur

Austria Lustenau, Sun Minimeal Arena, Dorf
Die Sun Minimeal Arena wird erstmals im Bundesliga-Glanz strahlen.

Auch was den Ablauf bei einem Spieltag betrifft, kommt die neue Arena allen Helfern zugute, „weil wir durch Topspiele in der 2. Liga, aber auch dem ausverkauften Eröffnungsspiel Probeläufe für die Bundesliga starten konnten. Dadurch sind wir für die Rückkehr auf heimischen Boden gerüstet“.
Vor allem im Gastronomie-Bereich hat man im Vergleich zur Ära Reichshofstadion aufgerüstet. Acht Versorgungsstationen finden die Fans alleine im Austria-Dorf vor, dazu auch noch die Taverne. „Auch hinter der Südtribüne befinden sich zwei Ausgabestellen. Zu Engpässen der Verpflegung betreffend, wird es nicht kommen. Dazu kommen die nagelneuen WC-Anlagen hinter Nord – und Südtribüne“, berichtet Baur. Bezahlt wird zudem in und rund um das Stadion ausschließlich bargeldlos, „entweder mit Bankomatkarte oder unserer Stadionkarte, die im Fanshop oder im Büro, aber auch an den Bon-Kassen aufgeladen werden kann.“

Radfahrgemeinde

Als Alleinstellungsmerkmal sieht Austrias Man „für alles“ die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder rund um die Arena: „900 haben wir davon, das kann in Österreich kein Verein vorweisen“. Ebenso neu im Vergleich zur Ära Reichshofstadion: VIP‘s können sich in sieben Loungen auf der Westtribüne die Partien ansehen, „die mittlerweile gut angenommen werden und alle für die Saison ausverkauft sind“, so Baur, der den größten Unterschied der beiden Stadien im Standort des Austria-Büros sieht: „Früher mussten wir bei Problemen immer zurück ins Büro am blauen Platz, jetzt ist es direkt am Stadion. Das erleichtert uns sehr viel“.
Für die Auftaktpartie erwartet Baur aufgrund der Wetterbedingungen und dem Sonntagstermin zwar kein ausverkauftes Haus, „aber klar über 3000 Fans sollten schon kommen“. Apropos Spieltermin am Sonntag: Den haben sich die Grün-Weißen bewusst ausgesucht, „weil wir als Klub klar sagen, dass wir dem Szene Open Air keine Konkurrenz sein wollen. Da helfen wir zusammen“.