Gute erste Schritte zurück nach vorne

In Altach will Niklas Niehoff mit mehr Spielzeit durchstarten. Der Auftakt stimmt optimistisch.
Wien Großteils vertraute Altachs Trainer Ognjen Zaric beim 0:1 gegen Rapid auf eine Elf, die auch in der Vorsaison gespielt hätte. Nur auf den Wingback-Positionen waren zwei Neue. Denn links ist Mohamed Ouédraogo um kolportierte 2,2 Millionen Euro zu Olympique Lyon weggebrochen, auf der rechten Seite wollte Sandro Ingolitsch seinen Vertrag nicht verlängern.
Statt ihnen spielten Benjamin Böckle – zuletzt von Rapid an die WSG Tirol verliehen – und ein Bundesliga-Debütant: Niklas Niehoff. Der 21-Jährige wurde von Holstein Kiel ausgeliehen, er hat hat 33 Drittligaspiele aus einer Leihe zum VfL Osnabrück und 31 Spiele in der 2. Bundesliga in seiner Vita stehen – und spielt jetzt in der Österreichischen Bundesliga. “Manchmal muss man vielleicht auf dem Papier Schritte zurück machen, damit man einen besseren Schritt nach vorne machen kann”, sagt Niehoff.

Das A und O sei für ihn, Spielzeit zu bekommen. Bei Kiel reichte es in der Vorsaison meist nur zum Ersatzspieler, in Wien spielte er bis zur 77. Minute. Dann hätten die Kräfte nachgelassen, so Zaric. Aufblitzen lassen hat Niehoff sein Potenzial jedenfalls. Mit einer Zweikampfquote von 88 Prozent – Bestwert beim Spiel – und mit Hereingaben wie jener auf Vesel Demaku in Minute zehn, der diese knapp nicht im Tor unterbrachte. Niehoffs Expected-Assist-Wert betrug 0.52, bereits im Cup gegen Leobendorf (1:0) lieferte er die Vorlage.
Von Minute zu Minute besser
Niehoff sei technisch versiert, ruhig am Ball. “Er kann und wird uns im Offensivspiel helfen”, so Zaric. Und er habe seine Aufgabe auch defensiv souverän gelöst. Sowohl Niehoff als auch Böckle müssten noch in die Struktur finden, meinte Zaric. “Aber man hat gemerkt, dass jede Minute den Jungs guttut.”
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“Ich möchte alles aufsaugen, mich entwickeln, und der Mannschaft helfen, so erfolgreich wie möglich zu spielen”, sagte Niehoff. Österreich habe er bislang nur aus dem Trainingslager gekannt: “Hier für eine Saison heimisch zu sein, ist schon besonders, und mit der Nähe zum Bodensee sehr schön.” Eines bleibt aber gleich: Die Reisen durch das ganze Land, wie es bereits in Norddeutschland der Fall war. “Ich bin das gewohnt”, sagte Niehoff, ging duschen, und stieg für acht Stunden in den Bus nach Altach.