Für den WM-Traum zählt jedes Gramm

Sport / 25.08.2026 • 10:39 Uhr
Naomi Zolotas. Kickboxerin und Muay Thai Kämpferin
Naomi Zolotas tritt im Kickboxerin und Muay-Thai an.LOBOS FIGHT CLUB

Tägliches Training, Ehrgeiz und Disziplin zahlen sich für die 16-Jährige Naomi Zolotas aus.

Rankweil Schläge, Tritte, harte Trainingseinheiten und vor allem viel Disziplin gehören für Naomi Zolotas mittlerweile zum Alltag. Die 16-jährige Athletin des Lobos Fight Clubs in Rankweil hat es in kurzer Zeit weit gebracht: vom Einstieg in der Hobbygruppe über internationale Wettkämpfe bis ins österreichische Nationalteam. Nun wartet die nächste große Herausforderung: die WAKO-Weltmeisterschaft vom 18. bis 27. September in Jesolo (ITA).

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Zum Kampfsport kam Naomi ursprünglich über einen anderen Weg. Sie begann mit traditionellem Karate, merkte aber schnell, dass sie mehr Interesse am Kämpfen und am Vollkontakt hatte. “Karate war schon ganz cool, doch ich merkte schnell, dass ich lieber richtig kämpfen möchte, mit Vollkontakt. So kam ich zum Kickboxen bzw. Muay-Thai”, erzählt sie.

Naomi Zolotas bei der Gladiators Night
Naomi Zolotas bei der Gladiators NightLOBOS FIGHT CLUB

Mittlerweile gehört das Training fest zu ihrem Alltag. Während der Schulzeit trainiert Naomi sechs Mal pro Woche dazu kommt noch eine Ausdauereinheit am Sonntag. In den Ferien wird es noch intensiver, dann stehen teilweise sogar zwei Einheiten pro Tag auf dem Programm. Am Wochenende geht es dann oftmals noch zu Kämpfen, dieses zum Beispiel steht ein Turnier in Budapest auf dem Plan. Neben dem Sport muss sie gleichzeitig die Schule unter einen Hut bekommen, sie besucht die HLK in Rankweil.

Auch das Gewicht spielt im Kampfsport eine entscheidende Rolle. Die Kämpferinnen und Kämpfer treten in verschiedenen Gewichtsklassen an, weshalb jedes Gramm zählen kann. “Das Gewicht ist brutal wichtig. 50 Gramm können schon zu viel sein, da kann ein Schluck Wasser den Unterschied machen”, sagt ihr Trainer Flavius Boca.

Naomi Zolotas im wiegen beim Gladiators Night 12
Naomi Zolotas beim Wiegen bei der Gladiators Night 12LOBOS FIGHT CLUB

Verletzungen lassen sich im Kampfsport natürlich nie ganz vermeiden. Angst davor hat Naomi trotzdem nicht. “Klar, Verletzungen sind ein großer Teil dieses Sports”, weiß die 16-Jährige aus Brederis. Größere Verletzungen hatte sie bisher zum Glück noch keine. Sollte es einmal passieren, glaubt sie sogar, dass die Gefahr im Training größer ist als im Kampf. Im Amateurbereich sorgt außerdem viel Schutzausrüstung für zusätzliche Sicherheit. Bei Gala-Kämpfen oder Fight Nights wird dagegen beispielsweise ohne Kopfschutz und Schienbeinschoner gekämpft.

Naomi mit ihrem Trainer Flavius
Naomi mit ihrem Trainer Flavius Boca.LOBOS FIGHT CLUB

Was sie selbst als Kämpferin auszeichnet, beantwortet Naomi eher bodenständig. “Ich bin sicher nicht das größte Talent, aber dafür habe ich umso mehr Zielstrebigkeit und einen eisernen Willen”, gibt sie ehrlich zu. Gerade diese Einstellung scheint ihr auf ihrem bisherigen Weg geholfen zu haben. Denn aus dem anfänglichen Hobby wurde schnell mehr und schließlich der Traum vom Nationalteam.

“Seitdem ich diesen Sport mache, war das schon mein Traum”, sagt sie über die österreichische Auswahl. Jetzt ist dieser Traum Realität. Bei der kommenden WAKO-Weltmeisterschaft im September in Jesolo darf Naomi erstmals Österreich bei einem großen internationalen Wettkampf vertreten.

Ein konkretes Ergebnis setzt sie sich dabei nicht als oberstes Ziel. “Mein Ziel ist es, einfach eine gute Leistung und das Bestmögliche zu zeigen.” Für die 16-Jährige geht es also vor allem darum, zu zeigen, was in ihr steckt.

Naomi Zolotas rechts.
Naomi Zolotas rechts.LOBOS FIGHT CLUB

Der Weg von der Hobbygruppe beim Lobos Fight Club bis ins Nationalteam ging für Naomi schneller, als sie selbst gedacht hätte. Und während andere in ihrem Alter ihre Ferien genießen, steht sie teilweise zweimal täglich auf der Matte und arbeitet an ihrer WM-Form. Eines hat sich dabei aber nicht verändert: der Traum, den sie schon am Anfang hatte. Nur ist er inzwischen ein gutes Stück näher an der Realität.