Erstmals droht kein Derby – beide Ländle-Hochburgen rüsten kräftig auf

Jubilar Klaus hat Meister Inzing zu Gast und Götzis empfängt Rekordchampion Wals.
Schwarzach Die neue Saison der Ringer-Bundesliga beginnt für die drei Vorarlberger Klubs mit großen Erwartungen, bringt aber gleichzeitig eine ungewohnte Situation mit großen Problemen. Denn zwischen dem KSK Klaus und dem KSV Götzis droht diesmal überhaupt kein direktes Duell. Die beiden Ländle-Hochburgen wurden in unterschiedliche Gruppen eingeteilt.
Der Jubilar KSK Klaus möchte ganz vorn mitmischen und hat dafür vier internationale Topringer verpflichtet. Der prominenteste Neuzugang ist Islam Dudaev. Der Freistilringer aus Albanien gewann bei den Olympischen Spielen 2024 Bronze und wurde im selben Jahr Europameister. Der Vorjahresdritte aus der Winzergemeinde empfängt am Samstag (19.45 Uhr, Turnhalle NMS Klaus) den amtierenden Meister Inzing.
Mit Akaki Kemertelidze kommt ein weiterer international erfolgreicher Ringer nach Klaus. Der Georgier wurde 2024 Vizeweltmeister und Vizeeuropameister und gewann 2025 und 2026 jeweils EM-Bronze. Sein Landsmann Andro Margishvili ist U23-Europameister 2023 und holte 2022 sowohl bei der U20-WM als auch bei der U20-EM Silber. Der vierte Neuzugang ist der Georgier Irakli Dzimistarishvili.
Sandro Aminashvili bleibt als Ausländer im Götzner-Kader. Der 34-jährige Georgier war bereits im Vorjahr für den KSV im Einsatz. Zaur Beradze kennt Götzis ebenfalls, war vor zwei Jahren schon für den Verein auf der Matte und gewann bei den Weltmeisterschaften 2015 und 2018 jeweils Bronze. Neu ist der 29-jährige Ukrainer Vladlen Kozliuk, der heuer bei der Europameisterschaft Bronze holte.
Gleich zum Saisonstart wartet auf den KSV mit Rekordchampion Wals (Samstag, 19.45 Uhr, Sporthalle NMW Götzis) ein richtungsweisendes Duell. Sportchef Michael Häusle macht aus der Bedeutung der Begegnung keinen Hehl: „Es geht schon um sehr viel, nämlich um Platz eins und das im ersten Kampf“, sagt der Götzner Langzeitcoach im Gespräch mit den VN.
Für Götzis hat die neue Gruppeneinteilung allerdings einen bitteren Beigeschmack. Während Klaus, Inzing, Hötting/Hatting und Hörbranz in der Westgruppe antreten, wurde Götzis mit Wals, Wien und Söding aus der Steiermark in die Ostgruppe gelost. Damit kommen auf die Götzner lange Reisen nach Wien und in die Steiermark zu. Das bedeutet zusätzliche Reisestrapazen und höhere Ausgaben.

Noch schwerer wiegt der mögliche Verlust des großen Ländle-Derbys. Im Vorjahr standen sich Klaus und Götzis gleich viermal gegenüber. Die Duelle sorgten für volle Hallen, sportliche Brisanz und wichtige Einnahmen. Diesmal ist ein Aufeinandertreffen im Grunddurchgang ausgeschlossen. Nur wenn es der weitere Saisonverlauf zulässt, könnten sich die beiden Traditionsvereine später noch begegnen. Damit droht erstmals eine komplette Bundesliga-Saison ohne den Ländle-Klassiker.
Der dritte Vorarlberger Bundesligist Hörbranz hat ebenfalls zwei Ausländer verpflichtet. Gregorich Hechavarria Daniel und Silot Torres Arturo sollen den Leiblachtalern zusätzliche Qualität geben. Hörbranz hat am Samstag um 19.45 Uhr die KG Hötting/Hatting zu Gast. VN-TK



















