Wenn der Außenseiter nach der Sensation greift

Sport / 04.09.2026 • 11:59 Uhr
Altach ist im Derby in Rankweil klarer Favorit. GEPA
Altach ist im Derby am Sonntag in Rankweil der klare Favorit. GEPA

Zwei Underdogs träumen im ÖFB-Cup der Frauen vom Aufstieg.

Rankweil Der Pokal schreibt bekanntlich seine eigenen Geschichten. Und zumindest ein Vorarlberger Klub steht nach dem ersten Spieltag des ÖFB Frauen Cups 2026/27 im Achtelfinale. Während im Gastrastadion in Rankweil am Samstag um 11 Uhr das klare Rollenbild für das Ländle-Derby feststeht, reist die SPG Leiblachtal um 17 Uhr mit durchaus realistischen Aufstiegschancen zur SG Tennengau.

In Rankweil wartet auf die Gastgeberinnen allerdings eine denkbar schwierige Aufgabe. Bundesligist SCR Altach ist gegen den derzeit zehntplatzierten Klub der ÖFB Frauen 2. Liga klarer Favorit. „Wir möchten nicht untergehen, suchen durch unsere vielen neuen Spielerinnen noch unsere bestmögliche Startformation, doch meine Mannschaft ist krasser Außenseiter“, sagt Rankweil-Coach Adem Fazliu. Die Favoritenrolle nimmt Altach auch aufgrund seiner Cup-Vergangenheit mit. Unter dem damaligen Erfolgscoach Bernhard Summer erreichten die Rheindörflerinnen 2023 das Endspiel, mussten sich dort St. Pölten mit 1:3 geschlagen geben. Zuvor war Altach mit Summer auch einmal bis ins Halbfinale vorgedrungen.

Ganz abschreiben sollte man Rankweil trotzdem nicht. Die Rot-Weißen sorgten im Pokal bereits mehrfach gegen höherklassige Gegner für Überraschungen und standen 2019 sogar im Halbfinale. Damals war erst gegen St. Pölten Endstation. Der Cup bleibt also ein Bewerb, in dem Ranglisten und Ligazugehörigkeit nicht immer die ganze Wahrheit erzählen.

SPG Leiblachtal will ins Achtelfinale. VN-SERRA
SPG Leiblachtal will ins Achtelfinale. VN-SERRA

Auch auf Leiblachtal wartet eine anspruchsvolle, aber keineswegs unlösbare Aufgabe. Die Double-Siegerinnen aus Vorarlberg – Vorarlbergliga und VFV-Cup – treffen auswärts auf den Salzburger Liga-Vizemeister Tennengau. Trainer Zoran Martinovic und seine Mannschaft wissen dabei genau, wo die Gefahr lauert: Tennengau hat in der vergangenen Saison satte 81 Treffer erzielt. Allein Nina Seethaler zeichnete für 45 Tore verantwortlich, Julia Gschwandtner steuerte weitere zwölf Treffer bei. Auf dieses Sturmduo wird Leiblachtal besonders aufpassen müssen.

Trotz dieser beeindruckenden Zahlen ist der Aufstieg ins Achtelfinale für Goalgetterin Tamara Baader und Co. keineswegs außer Reichweite. Tennengau liegt sportlich durchaus in Reichweite, und Leiblachtal bringt als Double-Sieger Selbstvertrauen mit. Der Weg in die nächste Runde führt über Favoritenstatus und Selbstvertrauen. VN-TK