Nächstes Ausrufezeichen und Weichenstellung in Richtung Los Angeles

Maximilian Taucher gewinnt in Cremona seinen 31. Doppeltitel und startet ab Oktober als Heeressportler durch.
Hohenems Rollstuhltennisspieler Maximilian Taucher hat beim ITF-Wheelchair-WC50-Sandplatzturnier in Cremona erneut zugeschlagen. Der 18-jährige Hohenemser sicherte sich in der Lombardei seinen bereits 31. Karrieretitel. Im Doppel war Österreichs Nummer eins mit dem 33-jährigen Franzosen Geoffrey Jasiak (WTT 33) nicht zu stoppen. Das Duo blieb im gesamten Bewerb ohne Satzverlust und setzte sich auch im Endspiel souverän durch.

Im Endspiel gab es gegen die an den Weltranglistenpositionen 28 und 30 gereihten Malaysier Abi Samah Borhan und Mohamad Yusshazwam Yusoff für Taucher und Jasiak mit 7:5, 6:2 einen klaren Erfolg. Zuvor hatten die beiden im Halbfinale den Tiroler Martin Legner und den Franzosen Timothee Da Costa Santos mit 6:4, 6:4 bezwungen. Im Viertelfinale war das Nachwuchsduo aus Malaysia beim 6:1, 6:2 chancenlos gewesen. Für Taucher war es bereits der siebte Doppeltitel in diesem Kalenderjahr. In der ITF-Wheelchair-Weltrangliste kletterte der Hohenemser damit auf Position 40.
Auch im Einzel präsentierte sich Taucher stark, verpasste seinen dritten Saisontitel allerdings denkbar knapp. Nach einem Auftaktsieg gegen den Malaysier Muhammad Falz Irfan Khalili (6:2, 6:0) folgten zwei klare Erfolge gegen seine Nationalteamkollegen Martin Hörz-Weber (6:1, 6:2) und Martin Legner (6:0, 6:1). Im Halbfinale war dann Endstation. Gegen den späteren Turniersieger Mohamad Yusshazwam Yusoff unterlag Taucher mit 3:6, 6:7 (3). Der zweite Satz ging dabei erst im Tiebreak verloren.
Ab Oktober Herresleistungssportler
Für den 18-Jährigen gab es in Cremona dennoch allen Grund zur Freude – und das nicht nur sportlich. Nachdem er vor wenigen Wochen seine Lehrabschlussprüfung zum Bürokaufmann bei Salzmann Formblechtechnik in Hohenems erfolgreich bestanden hat, kam nun auch die Zusage für die Aufnahme in den Heeressport. Am 1. Oktober startet er in Dornbirn seine Ausbildung zum Bundesheer-Leistungssportler. Damit erhält der Hohenemser in den kommenden drei Jahren die Möglichkeit, sich vollständig auf den Spitzensport zu konzentrieren.

Das große Ziel ist längst definiert: Die Paralympics 2028 in Los Angeles. Der wichtige Schritt dorthin ist mit dem Einstieg als HLSZ-Sportler gelegt.
Sportlich? Da warten bis Jahresende noch einige Höhepunkte auf den 18-Jährigen. Bereits Ende der Woche ist Taucher beim WC50 Montecchio Maggiore in Vicenza im Einsatz, ab 23. September steht dann das mit 32.000 Dollar dotierte WC250er in Alghero auf Sardinien auf dem Programm.
Offen ist noch, ob es mit einer Teilnahme an den WC1000 French Riviero Open in Biot im Südosten Frankreichs klappt. “Wir haben eine Anfrage für eine Wildcard gesendet, bislang aber noch kein Rückmeldung erhalten. Es wäre meine erste Teilnahme an einem 1000er-Turnier, zu dem nur die absolute Weltspitze eingeladen wird”, so Taucher.