So stellte sich Kiano Blum das Heimrennen nicht vor

Starke Leistungen des Fußachers am Salzburgring – Pech und Defekte verhinderten Bestleistungen.
Plainfeld Kiano Blum hat sich für die beiden GT-Masters-Läufe auf dem Salzburgring besonders viel vorgenommen – schließlich war eine Fangemeinde zum Heimrennen gekommen, und er hatte noch Chancen auf den Gesamtsieg. Doch mehr als ein dritter Rang im ersten Rennen (2,1 Sekunden hinter den Siegern Tim Zimmermann und Leyton Fourie (BMW) und ein enttäuschender elfter Platz im zweiten (jeweils über 80 Minuten mit je zwei Boxenstopp inklusive Fahrerwechsel) waren für den Ford-Junior und seinen HRT-Partner Niklas Kalus nicht drinnen. Wobei es nicht am 19-Jährigen lag, denn in beiden Läufen spielte die Technik nicht mit. Was Blum dennoch mitnehmen konnte: „Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden.“ Auch sein Mentor Manuel Reuter bestätigte den „ausgezeichneten Job“, bekannte aber: „Es war ein gebrauchtes Wochenende, aber nicht wegen Kiano.“

So resümierte Blum den ersten Lauf: „Es dauerte leider länger als ausgemacht, am Teamkollegen Fabian Dybionka im zweiten HRT-Mustang vorbeizukommen. Danach war volle Attacke bis zum Boxenstopp angesagt, bei dem wir ein Problem mit der automatischen Zeitkontrolle hatten. Wir mussten den Stopp manuell kontrollieren und verloren dabei rund zehn Sekunden. Deshalb fielen wir wieder hinter die Teamkollegen zurück. Überholen ist sehr schwierig hier. Die Strategie mit dem kurzen Stopp zuerst und danach erst dem langen war aber richtig. Ohne das Problem beim Stopp wäre es ein klarer Sieg geworden.“

Im zweiten Lauf kam Blum als Start- und Schlussfahrer zuerst in den Genuss der Poleposition, weil der Engstler-Lamborghini von Finn Zulauf/Felix Hirsiger nach einem Vergehen als Quali-Schnellster disqualifiziert wurde und vom letzten Platz starten musste. „Ich konnte die Position eins mit einem guten Start nützen. Es war wichtig, vorn freie Fahrt zu haben. Das Auto war wie auf Schienen, einfach perfekt. Der Stopp war noch okay, aber beim Reifenwechsel muss etwas passiert sein, vielleicht bei einem Sensor. Deshalb hatte Niklas kein ABS mehr, als er nach der Ausfahrt die erste Schikane anbremste. Danach musste er eine halbe Runde langsam fahren, weil er einen Motor-Reset machte. Leider hat uns das viele Punkte und die Meisterschaftschancen gekostet. Aber das alles nützt nichts, jetzt müssen wir den Kopf hochhalten und weiterkämpfen“, sagte Blum mit Blick auf die beiden Finalrennen von 9. bis 11. Oktober in Hockenheim.





In der Gesamtwertung sind Blum/Kalus weiter Dritte, mit 136 Punkten allerdings 48 Zähler hinter den neuen Spitzenreitern Fourie/Zimmermann. Wie es mit dem Fußacher in der nächsten Saison weitergehen wird, ist noch offen. Er wird im Entwicklungskader von Ford bleiben, die Amerikaner werden über seine Einsätze entscheiden. „Kiano hat gute Chancen weiterzukommen, weil er bisher voll überzeugen konnte“, urteilt auch HRT-Coach Reuter. Der Ex-Le-Mans-Sieger traut Blum auch zu, dass er mittelfristig für Ford in die Langstrecken-WM (WEC) aufsteigen könnte – zuerst GT3, später vielleicht sogar ins Hypercar. Aber dorthin ist es noch weit. Gerhard Kuntschik