Für den HC Tigers wird es ernst

Die Neo-Dornbirner starten am Freitag mit Heimspiel die Mission Oberliga Süd.
Dornbirn Der HC Tigers – vormals EC Bregenzerwald – schlägt ein neues Kapitel in der 41-jährigen Vereinshistorie auf. Der Verein, der im vergangenen Frühjahr seinen Sitz aus wirtschaftlichen Gründen von Andelsbuch nach Dornbirn verlegte, betritt ab sofort nicht nur geografisches, sondern auch sportliches Neuland. Die Cracks schnüren ihre Schlittschuhe nämlich in der Saison 2026/27 statt in der Alps Hockey League (AHL) in der zweigeteilten deutschen dritten Leistungsstufe, der Oberliga Süd. Die Tigers sind gleichzeitig der erste Verein aus Österreich, der in den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) aufgenommen wurde.

Unter den 13 Kontrahenten findet man neben den “Nachbarn” Lindau Islanders auch mehrere Vereine mit viel Tradition. So bekommt es die Equipe von Coach Märt Eerme mit dem EV Füssen, der in den 1950er- und 1960er-Jahren 15 Mal Deutscher Meister wurde, dem SC Riessersee (10 deutsche Titel), den Tölzer Löwen (zweifacher Deutscher Meister, mehrfacher Vizemeister) sowie dem ESV Kaufbeuren (sieben Saisonen in der höchsten Liga) zu tun.

Größerer Umbruch im Kader
Wie in jedem Jahr kam es in der Übertrittszeit erneut zu einer gravierenden kadertechnischen Umstrukturierung. Einige langjährige Spieler, darunter Kapitän Julian Zwerger, Fabian Ranftl und Daniel Hintermann, haben ihre Karriere beendet oder gingen neue sportliche Wege. Elf Abgängen stehen zehn Neuverpflichtungen gegenüber, was für das Trainerteam um Märt Eerme, der in seine dritte Saison als Trainer des Clubs geht, und Assistant-Coach und Obmann Guntram Schedler wiederum eine große Herausforderung darstellte. Neben mehreren Youngsters aus Österreich wurden auch einige erfahrenere Cracks unter Vertrag genommen. So verstärkt der 23-jährige Schwede Gustav Lindström die Defensivabteilung um Routinier David König ebenso wie die Rückkehrer nach ihrem Gastspiel bei den Pioneers, Mark Mussbacher und Laurin Wempe.

In der Offensive stieß unter anderem Timo Sticha, der Sohn des früheren ECB-Stürmers Thomas Sticha, dazu. Der 22-Jährige war zuletzt in der deutschen Oberliga beim Herforder EV engagiert. Der Innsbrucker Luis Ludin und der Wiener Maximilian Theirich standen bereits für den HC Innsbruck beziehungsweise die Vienna Capitals in der ICE-Liga auf dem Eis. Ebenfalls neu im Kader ist der estnische Nationalteamspieler Morten Jürgens, der in der vergangenen Saison bei den Dundee Stars in der englischen Elite-Liga im Einsatz war.
Knappe Niederlagen
In den ersten sieben Vorbereitungsspielen, die alle knapp verloren wurden, musste die neu formierte Truppe Lehrgeld zahlen. Dass man in der starken Oberliga mithalten kann, war dennoch augenscheinlich. In den letzten beiden Tests gelangen dann doch noch zwei Siege, darunter gegen die Pioneers Vorarlberg, was durchaus einen Achtungserfolg darstellte.

Am kommenden Wochenende beginnt nun die mit Spannung erwartete Meisterschaft in der Oberliga Süd. Die Tigers bekommen es dabei am Freitag (19:30 Uhr) in der Dornbirner Messehalle mit den Selber Wölfen zu tun, die in der Vorsaison nach dem vierten Platz im Grunddurchgang im Viertelfinale scheiterten. 400 stimmgewaltige Fans aus Oberfranken haben ihr Kommen angekündigt. “Wir freuen uns sehr auf diese neue sportliche Herausforderung. Eine Platzierung zwischen Rang sieben und zehn nach den 52 Spielen des Grunddurchgangs und somit zumindest das Erreichen des Pre-Play-offs lautet unser erklärtes Ziel”, ist Tigers-Pressesprecher Mario Kleber guter Dinge. SIHA