Vetter verpasst um Wimpernschlag sein erstes Podium im Weltcup

Lustenauer Kunstturner verfehlt im Reck-Finale als Vierter um 0,033 Punkte das Podium.
Lustenau Nur 0,033 Punkte haben Gino Vetter von seiner ersten Weltcup-Medaille getrennt. Der 20-jährige Lustenauer belegte beim World Challenge Cup der Kunstturner im ungarischen Szombathely im Reckfinale mit 12,800 Punkten den starken vierten Platz. Für Vetter war der Wettkampf zugleich die Generalprobe für die Weltmeisterschaft Mitte Oktober in Rotterdam, für die er sich als einziger österreichischer Turner bei der EM im August in Zagreb qualifizieren konnte.

Bereits der Einzug ins Finale der besten acht Turner war für Vorarlbergs Paradeturner ein Erfolg. In der Qualifikation hatte er sich als Achter gerade noch einen Platz in der Entscheidung gesichert. Dort zeigte Vetter erneut seine erschwerte Übung und verpasste das Podest denkbar knapp. “Eine Kleinigkeit, bei der er die Arme ein bisschen gebeugt hat, hat ihm am Ende den dritten Platz gekostet”, erklärte Nationaltrainer Michael Fussenegger. Bronze ging mit 12,833 Punkten an den Polen Kacper Garnczarek. Den Sieg holte der Brasilianer Arthur Mariano (14,133) vor dem Tschechen Tomas Kalinic (13,300).
Vetter selbst zog ein durchwegs positives Fazit. “Es war ein unglaubliches Wochenende. Der Einzug in das Reck-Finale kam für mich schon sehr unerwartet. Dass ich nun auch noch Rang vier belegt habe, stimmt mich sehr zufrieden und positiv für die kommenden Aufgaben”, sagte der Lustenauer. Für ihn sei der Auftritt “ein weiterer Schritt nach vorne auf einer langen Reise, die noch vor mir liegt”.

Schon am Vortag hatte Vetter auch am Boden das Finale erreicht. Mit 13,433 Punkten belegte er dort Rang sechs und blieb 0,4 Zähler hinter seinem österreichischen Nationalteamkollegen Martin Miggitsch, der Dritter wurde. In der Qualifikation hatte Vetter mit Platz zwei bereits aufgezeigt. “Die Jungs haben ihre Leistung gebracht, und ich glaube, wir können zufrieden heimfahren”, bilanzierte Fussenegger.

Mit Mateo Fraisl war ein weiterer Vorarlberger in Ungarn im Einsatz. Der 20-jährige Satteinser, der nach einem Oberschenkelbruch fünf Monate pausieren musste und erst Mitte August sein internationales Comeback gegeben hatte, trat ausschließlich am Seitpferd an und belegte mit einer neu einstudierten Übung 12,633 Punkten Rang 17.
Bei den österreichischen Kunstturnerinnen gehörte die Bühne indes der nächsten Generation. Ohne die WM-Starterinnen Leni Bohle und Charlize Mörz sowie die verletzte Selina Kickinger sammelten die jungen Athletinnen in Szombathely internationale Wettkampferfahrung.