Nach 101 Jahren fahren erstmals Bagger auf

Das “Holz”, legendäre Heimstätte des FC Lustenau, wird auf Vordermann gebracht.
Lustenau “Gut Ding braucht Weile”, hat man sich beim FC Lustenau wohl gedacht. Denn nach sage und schreibe 101 Jahren wird das Spielfeld des Regionalligisten erstmals saniert.
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“Es war wirklich an der Zeit, denn das Spielfeld war an schlechten Tagen wirklich nicht mehr tragbar. Das hat vor allem damit zu tun, dass der Platz einen Höhenunterschied von 70 Zentimetern aufweist”, erklärt Lustenaus Bürgermeister Patrick Wiedl nach dem Entscheid am Donnerstagabend in der Gemeindesitzung. Die Eckfahne rechts vom Haupteingang ist der höchste Punkt der Spielfläche, die Ecke links an der gegenüberliegenden Torauslinie der niedrigste. “Deshalb sind dort bei Schlechtwetter immer die Wasserlachen gestanden”, so der Bürgermeister, der von seiner Seite alles möglich gemacht hat, um dem Klub unter die Arme zu greifen.

Eine Million Euro für neues Spielfeld
Denn die Gemeinde ist zum Sparen gezwungen, “da ich kein wirklich tolles Budget übernommen habe bei meinem Amtsantritt. Wir hatten für dieses Jahr nur die Möglichkeit, 1,2 Millionen an Investitionen in Lustenau zu tätigen”. Deshalb hat man beschlossen, die Investition in die Sanierung des Spielfeldes, die bei 999.200 Euro liegt, zu splitten. “600.000 Euro werden aus dem aktuellen Budget hergenommen, 400.000 Euro vom nächstjährigen”, erklärt Wiedl und verweist darauf, “dass wir als Marktgemeinde Lustenau im Jahr 2026 400.000 Euro in eine Schulküche, 100.000 Euro in Tennisplätze und 100.000 Euro in eine Turnhalle investiert haben”.

Nach dem letzten Regionalligaspiel im Herbst werden also die Bagger auffahren, im Lager des FC Lustenau rechnet man damit, “dass wir im Sommer wieder ins Holz können. Wenn die Wetterbedingungen passen, eventuell schon etwas früher”, so FC Lustenaus Mann für alle Fälle Husein “Huschi” Armut. Im Frühjahr wird der FC seine Heimspiele im Wiesenrain über die Bühne bringen. “Es kommt uns entgegen, dass wir schon einige Derbys im Herbst zu Hause gespielt haben, deswegen werden wir die restlichen Heimspiele ohne Probleme am Wiesenrain absolvieren”, berichtet Armut. Das Spielfeld hat jedenfalls die Maße, um ein RLW-Spiel zu veranstalten, “dazu werden wir noch Ersatzbänke, Beschallung und weitere Kleinigkeiten installieren, damit da alles passt”.
Heimspiel
Der FC Lustenau empfängt am Samstag um 15:30 Uhr im Stadion an der Holzstraße den SK St. Johann. Die Tiroler liegen mit 14 Punkten auf Rang sechs und sind damit der bisher beste Aufsteiger. Zudem ist St. Johann seit fünf Meisterschaftsspielen ungeschlagen, auswärts gab es zwei Siege und ein Remis. Besonders aufpassen müssen die Lustenauer auf Mohamed Afifeh. Der Belgier erzielte sieben der bislang zwölf Saisontore seines Teams.
Lustenau will nach dem 3:2-Derbysieg in Wolfurt nachlegen und endlich den ersten Heimsieg feiern sowie den Anschluss wahren. Positive Nachrichten gibt es beim Personal: Tobias Bischof und Neuzugang Thomas König sind wieder ins Training eingestiegen und damit ein Thema für Samstag. Rotsünder Simon Grabherr fehlt hingegen. Nach seinem Platzverweis muss er zwei Spiele zuschauen. Der FC Lustenau will endlich vor eigenem Anhang den ersten Heimsieg holen. Die Partie gibt es im VOL.AT-Livestream mit Moderator Alexander Moosbrugger. VN-MKR/TK