Hochkarätiger Neuzugang und bitterer Ausfall

Vizemeister UBSC Wolfurt mit Ambitionen zum 20er-Jubiläum in der Badminton-Bundesliga.
Wolfurt Mit einem prominenten Namen auf der Nennliste, aber auch einem schmerzhaften Ausfall startet der Raiffeisen UBSC Wolfurt in seine Jubiläumssaison. Während der EM-Dritte Arnaud Merkle für zusätzliche Qualität sorgen könnte, fällt Doppelspezialistin Anna Hagspiel mit einem Kreuzbandriss für die gesamte Saison aus. Am Sonntag (15 Uhr) beginnt für den Vizemeister mit dem Heimspiel in der Hofsteighalle gegen Simmering die neue Bundesliga-Spielzeit.

Zum 20. Mal in Folge seit 2006 und zum insgesamt 23. Mal seit der Premierensaison 2000/01 hält Wolfurt in der ÖBV-Eliteliga die Vorarlberger Fahne hoch. Zwölf Top-3-Platzierungen – zwei Meistertitel, drei zweite und sieben dritte Plätze – stehen bisher zu Buche. Nach dem Vizemeistertitel in der vergangenen Saison soll erneut der Sprung ins Play-off gelingen.
Für Aufsehen sorgt dabei Arnaud Merkle. Der Franzose, der bei der EM 2026 Bronze im Einzel gewann und auf Rang 37 der Weltrangliste steht, ist für die Bundesliga gemeldet. Ob der 26-Jährige tatsächlich zum Einsatz kommt, ist allerdings noch offen.

Fix nicht dabei sein wird Hagspiel. Die 25-Jährige zog sich Mitte August vor dem Abflug zur BWF-WM in New Delhi im Training einen Kreuzbandriss zu. Für das Team ist der langfristige Ausfall der Doppelspezialistin ein schwerer Rückschlag.

Der Stamm der Mannschaft blieb weitgehend unverändert. Angeführt wird das Herrenteam von den Slowenen Andraz Krapez und Miha Ivanic. Dazu kommen Ilija Nicolussi, Rene Nichterwitz, Nils Harzenmoser und Kapitän Kilian Meusburger. Bei Auswärtsspielen soll fallweise Doppelspezialist Philip Birker aushelfen. Bei den Damen stehen Fiona Scrinzi, Lena und Anja Rumpold, Michaela Mathis sowie Lisa Moosbrugger im Aufgebot.

Neu dabei ist zudem das Ehepaar Franziska und Patrick Volkmann. Die langjährigen deutschen Teamspieler haben ihren Lebensmittelpunkt nach Dornbirn verlegt, trainieren bei Wolfurt und sollen für Tiefe und Qualität im Wolfurter Kader sorgen.

Rene Nichterwitz, der das Team gemeinsam mit Meusburger betreut, erwartet eine ausgeglichene Meisterschaft. “Nominell stufe ich die Teams gleich stark wie letzte Saison ein. Alle Gegner sind in unserer Kragenweite, und am Ende werden die Tagesform und die personellen Ressourcen bei den Aufstellungen den Unterschied ausmachen.”
Rückenwind auf internationaler Bühne
Für Rückenwind sorgen mehrere Erfolge auf internationaler Bühne. Bei den Croatian International gewann die Rankweilerin Serena Au Yeong mit dem Dänen Alexander Pedersen ihren zweiten Mixed-Titel in dieser Saison. Lena Rumpold und Sarah Dlapka holten im Doppel Silber. In der Bundesliga spielt Au Yeong für Mödling.

Einen besonderen Meilenstein hatten wenige Tage zuvor Lena Rumpold und Ilija Nicolussi gesetzt. Das Duo feierte bei den Lithuanian International in Kaunas im Mixed seinen ersten gemeinsamen Turniersieg auf BWF-Ebene.

Nichterwitz zeigte bei der Senioren-EM in Cagliari auf Sardinien groß auf. Wenige Tage nach seinem 41. Geburtstag holte er im Einzel 40 die Silbermedaille. Nach sechs Siegen, darunter einem 22:20, 9:21, 21:18 im Halbfinale gegen den topgesetzten Belgier Frederic Gaspard, unterlag er im Finale dem Schweizer Kai Waldenberger mit 17:21, 12:21.

“Ich habe in fünf der sechs Siege keinen Satz abgegeben und die Nummer eins ausgeschaltet. Im Finale ist mir dann im zweiten Satz bei der 10:7-Führung leider der Faden gerissen, und der Gegner hat diese Chance ausgenützt”, bilanzierte Nichterwitz.
Nun richtet sich der Blick wieder auf die Bundesliga – und auf eine Jubiläumssaison, in der Wolfurt trotz des bitteren Ausfalls von Hagspiel erneut im Kampf um die Spitzenplätze mitmischen will.