Kévin Estre verhilft Porsche zum Triple

Mit dem Sieg im Petit Le Mans endet die Saison in den USA für den Wahl-Höchster versöhnlich.
Braselton Die Erleichterung und Genugtuung war Kévin Estre nach aufreibenden zehn Rennstunden im Petit Le Mans auf der Rennstrecke Road Atlanta in Braselton (US-Bundesstaat Georgia) deutlich anzumerken. Der seit Jahren in Höchst lebende 37-jährige Franzose hatte heuer in der amerikanischen Sportwagen-Meisterschaft (IMSA) viel Pech. Daher war der erste Saisonsieg und erste Gesamterfolg in der IMSA im Finale ein sehr emotionaler, den er gemeinsam mit seinen Porsche-Penske-Teamkollegen, dem Belgier Laurens Vanthoor (35) und dem Australier Matt Campbell (31), errang.
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“Was für ein wunderbarer Abend! Wir in der Startnummer 6 hatten in dieser Saison so viel Pech. Endlich haben wir einen großen Sieg errungen. Vielen Dank an die gesamte Mannschaft. Es steckt an der Rennstrecke die Arbeit von 40 oder sogar 50 Menschen hinter einem solchen Erfolg. Da muss alles passen. Meine Teamkollegen waren diesmal bärenstark. Vor allem einen großen Dank an Laurens Vanthoor, der im letzten Stint einen großartigen Kampf gezeigt hat. Für mich ist er der Mann des Rennens”, erklärte Estre.

Denn der Belgier hatte 49 Minuten vor Rennende den führenden Cadillac von Earl Bamber überholt und wehrte im Finish die Angriffe von Sheldon van der Linde im BMW erfolgreich ab – und brachte den Sieg mit 1,2 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Estre belegte in der Fahrer-Gesamtwertung in seiner ersten IMSA-Saison bei den GTP-Prototypen Platz vier.

Da der zweite Werkswagen mit Felipe Nasr, Julien Andlauer und dem Wahl-Steirer Laurin Heinrich die ersten beiden Langstreckenrennen in Daytona und Sebring gewonnen hatte, holte Porsche das Triple – und in der Spezialwertung der Endurance-Bewerbe (zusätzlich Road America und Watkins Glen über je sechs Stunden) den Fahrer-, Team- und Herstellertitel.

Das Rennen im Bundesstaat Georgia war immens schwierig: Regen und Gewittergefahr sorgten sogar einmal für 27 Minuten Unterbrechung, insgesamt gab es 16 Neutralisationen. Der zweite Porsche 963 mit Heinrich & Co. schied durch einen Unfall aus, damit war die Chance auf den Fahrertitel für den jungen Deutschen dahin.

In der LMP2-Klasse (Le Mans Prototype 2) holte der Salzburger Ferdinand Habsburg im Era-Oreca den dritten Rang, in der GTD-Pro-Klasse (Grand Touring Daytona) für seriennahe GT3-Sportwagen wurden der Steirer Klaus Bachler und der Linzer Thomas Preining mit dem Franzosen Mathieu Jaminet im Manthey-Porsche 911 Siebente. Gerhard Kuntschik