Doppelpack bei Premiere als Heeressportler

Rollstuhltennis-Ass Maxi Taucher holt an der Côte d’Azur seinen 34. Einzel- und 32. Doppeltitel.
Hohenems Besser hätte der Einstand kaum verlaufen können: Rollstuhltennisspieler Maximilian Taucher gewann bei seinem ersten Turnier als Heeresleistungssportler im französischen Cagnes-sur-Mer sowohl den Einzel- als auch den Doppelbewerb. Der 18-Jährige setzte damit seine erfolgreiche Saison fort und feierte seinen ersten Titel-Doppelpack in diesem Jahr.

Seit 1. Oktober gehört der Hohenemser dem Heeresleistungssportzentrum 9 in Dornbirn an. Als Militärperson auf Zeit kann er sich künftig vollständig auf seine sportliche Karriere konzentrieren. Dass diese neue Phase vielversprechend beginnt, zeigte sich bereits beim ersten internationalen Auftritt unter den veränderten Voraussetzungen.
Beim WC50-Hartplatzturnier in Cagnes-sur-Mer an der französischen Côte d’Azur blieb Taucher sowohl im Einzel als auch im Doppel ohne Satzverlust. Für den aktuell auf Platz 40 der Weltrangliste geführten Hohenemser war es ein weiterer Höhepunkt einer bislang erfolgreichen Saison.
Ohne Satzverlust beim 34. Einzeltitel
Als Nummer drei der Setzliste startete Taucher nach einem Freilos direkt in die zweite Runde. Dort ließ er dem Niederländer Lester Broek beim 6:3, 6:0 kaum Chancen. Gegen den Franzosen Guillaume Legendre setzte er sich anschließend mit 6:0, 6:1 durch. Auch im Halbfinale gegen dessen Landsmann Romain Boittiaux behielt der Hohenemser mit 6:0, 7:6(3) die Oberhand.

Im Endspiel wartete mit Nicolas Charrier die Nummer eins des Turniers. Der Franzose liegt als Weltranglisten-31. neun Plätze vor Taucher. Davon ließ sich Österreichs Nummer zwei allerdings nicht beeindrucken. Mit einem 6:4, 7:5 sicherte er sich seinen dritten Einzeltitel des Jahres.
Bereits im April hatte Taucher in Split triumphiert, im Juni folgte ein Turniersieg im slowakischen Trnava. Der Erfolg in Südfrankreich war zugleich sein insgesamt 34. Einzeltitel auf internationaler Ebene.
Gemeinsam mit Finalgegner zum Doppeltitel
Eine besondere Konstellation ergab sich im Doppelbewerb. Ausgerechnet sein Finalgegner Charrier agierte dort an Tauchers Seite. Gemeinsam wurden der 18-Jährige und der 45-jährige Franzose ihrer Favoritenrolle als topgesetztes Duo eindrucksvoll gerecht.
In drei Begegnungen gaben sie keinen einzigen Satz und insgesamt lediglich vier Games ab. Für Taucher bedeutete der Erfolg bereits den achten Doppeltitel des Jahres und den 32. seiner Karriere.
“Zwei Titel ohne Satzverlust. Mehr war nicht möglich, und deshalb bin ich mit der gezeigten Leistung sehr zufrieden”, bilanzierte Taucher nach dem erfolgreichen Turnier.
Volles Programm bis zur Winterpause
Zeit zum Ausruhen bleibt dem Hohenemser vorerst nicht. Bereits diese Woche steht mit dem WC50-Turnier in Montfermeil östlich von Paris die nächste internationale Herausforderung auf dem Programm.

Anschließend wartet ein besonderer Auftritt vor heimischem Publikum. Taucher nimmt am von Nico Langmann initiierten Einladungsturnier im Rahmen der Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle teil. Danach soll die Saison mit weiteren internationalen Einsätzen ausklingen.

Für Mitte November sind noch Starts beim WC50-Turnier im kroatischen Split sowie beim höher eingestuften WC100-Turnier im oberitalienischen Forlì vorgesehen.
Neben dem dicht gedrängten sportlichen Programm wartet auf den 18-Jährigen auch eine alltägliche Herausforderung: Zwischen Trainingseinheiten und Turnierreisen beginnt Taucher mit dem Führerschein. Während er auf dem Tennisplatz bereits zahlreiche internationale Erfolge vorweisen kann, steht ihm damit abseits des Sports eine weitere Premiere bevor.