Tennis-Bundesliga: Vorarlberg halbiert sich

Sport / 14.10.2026 • 14:13 Uhr
Tennis Bundesliga 2026 TC Injoy Hard
Das Bundesligaspiel von Joel Schwärzler und Co. am 4. Juni lockte über 500 Tennisfans auf die Anlage des TC Hard. Thomas Gutschi

Statt vier treten 2027 nur zwei Teams an. Harder Herren und Dornbirns Damen ziehen sich zurück.

Schwarzach Vorarlberg verliert für die Tennis-Bundesliga 2027 gleich zwei Mannschaften. Die Herren des TC Hard und die Damen des TC Dornbirn ziehen sich zurück. Dahinter stehen unterschiedliche Gründe – und die Frage nach der Zukunft des Spitzentennis im Land.

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Am 15. Oktober endet die Nennfrist für die Tennis-Bundesliga 2027. Schon jetzt steht fest, dass Vorarlberg künftig nur noch mit zwei statt bisher vier Mannschaften in der ÖTV-Mannschaftsmeisterschaft vertreten sein wird. Während die Damen des Raiffeisenbank TC Bludenz und die Herren des Raiffeisen TC Dornbirn weitermachen, verabschieden sich die Harder Herren und die Dornbirner Damen aus dem bundesweiten Bewerb.

Besonders bemerkenswert ist der Rückzug des TC Hard. Nach nur einer Saison in der höchsten österreichischen Spielklasse zieht der Verein einen Schlussstrich unter sein Bundesliga-Projekt. Dabei war der sportliche Ausflug keineswegs als Misserfolg bewertet worden. Vielmehr geht es um eine grundsätzliche Entscheidung über die künftige Ausrichtung des Vereins.

Verein setzt andere Prioritäten

Obmann Benjamin Huber betont, dass finanzielle Überlegungen nur einen Teil der Entscheidung ausmachten. “Wir haben das Projekt aus dem laufenden Budget gestemmt. Es war von Anfang an klar, dass wir uns nach der Premierensaison an einen Tisch setzen werden, alle Vor- und Nachteile abwägen und dann eine Entscheidung treffen.”

Tennis-Bundesliga: Vorarlberg halbiert sich

Neben anstehenden Investitionen in die Tennisanlage spielten organisatorische Herausforderungen und die begrenzten Möglichkeiten, eine Bundesliga-Mannschaft aus dem eigenen Nachwuchs aufzubauen, eine wesentliche Rolle.

Gerade die personelle Zusammensetzung verdeutlichte die Schwierigkeiten. “Allerdings muss man auch klar sagen, dass wir abgesehen von Joel Schwärzler, Tobias Fürschuss und Jonas Keck keinen Spieler aus der Region hatten”, erklärt Huber. Der Verein will seine Ressourcen deshalb verstärkt in die Infrastruktur, die Nachwuchsarbeit und den Breitensport investieren.

Über 500 Zuschauer als bleibende Erinnerung

Dass die Bundesliga dennoch nachhaltige Spuren hinterlassen hat, zeigen die Erinnerungen an die drei Heimspiele. Besonders der 4. Juni bleibt Huber in Erinnerung. “Es waren über 500 Zuschauer an diesem Tag auf der Anlage, und man hat gesehen, dass der Tennissport eine Anziehungskraft hat.”

Diese Begeisterung soll nicht verloren gehen. In Hard gibt es Überlegungen, in den kommenden Jahren ein Challenger- oder Future-Turnier auszurichten. Fix vorgesehen ist zudem eine Exhibition-Veranstaltung, die erneut Tennisfans unterschiedlicher Generationen auf die Anlage bringen soll.

Der Abschied aus der Bundesliga bedeutet damit keinen Rückzug vom leistungsorientierten Tennis. Vielmehr sucht der Verein nach einem Modell, das sportliche Attraktivität und langfristige Entwicklung besser miteinander verbindet.

Tennis-Bundesliga: Vorarlberg halbiert sich
Aus sportlicher Sicht hätten die Damen des TC Dornbirn den Klassenerhalt in der zweithöchsten Spielklasse geschafft. Steurer

TCD-Damen ziehen Konsequenzen

Anders gelagert, im Ergebnis aber ähnlich, ist die Situation bei den Dornbirner Damen. Dort erschweren Veränderungen innerhalb der Mannschaft die Fortsetzung des Bundesligabetriebs. “Aufgrund verschiedener Gründe und Interessen wird es immer schwieriger, eine konkurrenzfähige Mannschaft zu stellen”, erklärt Präsident Johannes Oelz. “Mit zunehmendem Alter der Spielerinnen verändern sich auch deren persönliche Prioritäten. Diese Entwicklung müsse der Verein respektieren.”

Tennis 2. Bundesliga 2026 Damen Meisterinnen
Die Damen des Raiffeisenbank TC Bludenz realisierten Ende Juni ohne Niederlage den sofortigen Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga. TC Bludenz

Die Rückzüge machen deutlich, wie anspruchsvoll es für Vereine ist, dauerhaft konkurrenzfähige Mannschaften zu stellen und gleichzeitig den eigenen Nachwuchs sowie den regulären Vereinsbetrieb weiterzuentwickeln.

Wie lange bleiben Bludenz und Dornbirn noch?

Zumindest für 2027 ist die Präsenz Vorarlbergs auf Bundesebene gesichert. Die Bludenzer Damen und die Dornbirner Herren haben ihre Teilnahme bestätigt.

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Seit vielen Saisonen sind die Herren des TC Dornbirn in der ÖTV-Bundesliga vertreten. GEPA

Eine längerfristige Zusage ist damit allerdings nicht verbunden. Beide Vereine wollen erst nach Abschluss der kommenden Saison entscheiden, ob sie auch 2028 in der Bundesliga antreten werden.

Ob sich das Vorarlberger Kontingent danach weiter verkleinert, bleibt offen. Die kommenden Monate werden jedenfalls nicht nur sportlich, sondern auch für die strategische Ausrichtung des heimischen Tennissports von Bedeutung sein.