Österreichs Rollhockey-Märchen ist wahr

Österreichs Herrenteam schreiben in Paraguay Geschichte und krönen sich nach einem Krimi zum Weltmeister.
Asunción. Österreichs Rollhockey-Herren haben bei den World Skate Games 2026 in Paraguay ihr rot-weiß-rotes Märchen zu Ende geschrieben. Nach einem dramatischen Finale gegen Kolumbien jubelt die ÖRV-Auswahl über den WM-Titel in der zweiten Leistungsstufe.

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Was für ein Triumph in Asunción! Österreichs Rollhockey-Nationalteam hat mit dem Gewinn der Intercontinental Championship (B-WM) Sportgeschichte geschrieben. In einem packenden Endspiel gegen Kolumbien behielt die Mannschaft von Trainer Francesco Dolce im Penaltyschießen die Oberhand. Mit dem neunten Gesamtrang gelang zugleich die beste WM-Platzierung der österreichischen Verbandsgeschichte.

Entscheidung fällt im Penalty-Krimi
Dabei begann das Finale ganz nach dem Geschmack der Österreicher. Ein von Dornbirns Torjäger Kilian Hagspiel abgefälschter Fernschuss brachte die frühe Führung. Kolumbien schlug zurück, doch Kapitän Daniel Zehrer stellte noch vor der Pause mit einem sehenswerten Rückhandschuss auf 2:1.

Nach dem Seitenwechsel drängten die Südamerikaner auf den Ausgleich. Österreichs Schlussmann da Silva hielt seine Mannschaft mit starken Paraden im Spiel. Weil die ÖRV-Auswahl mehrere Chancen auf die Vorentscheidung ausließ, blieb es spannend. Zwei Minuten vor Schluss gelang Kolumbien tatsächlich noch das 2:2.

Auch die Verlängerung brachte keine Entscheidung. Im Penaltyschießen bewiesen die Österreicher schließlich Nervenstärke. Der 17-jährige Luis Calvin und Routinier Hagspiel trafen, doch nach fünf Schützen war weiterhin alles offen. Dann schlug die Stunde von Kilian Laritz: Der 24-jährige Wolfurter verwandelte seinen Versuch souverän, ehe da Silva mit einer entscheidenden Parade das rot-weiß-rote Märchen perfekt machte.
Hagspiel krönt sich zum Torschützenkönig
Dass Österreich überhaupt um den Titel spielen durfte, war das Ergebnis einer beeindruckenden Turnierleistung. In der Gruppenphase gelangen Siege gegen Brasilien (5:3), Mexiko (12:0), Australien (5:1) und Südafrika (13:0). Gegen Kolumbien reichte ein torloses Remis dank der besseren Tordifferenz zum Gruppensieg. Im Halbfinale ließ Österreich Mexiko beim 9:1 keine Chance.

Besonders herausragend agierte der Dornbirner Kilian Hagspiel. Mit 19 Treffern in sieben Spielen sicherte er sich die Torjägerkrone. Auch die Mannschaftsbilanz konnte sich sehen lassen: Österreich stellte sowohl die treffsicherste Offensive als auch die beste Defensive der Intercontinental Championship.
Erfolgsgeschichte geht weiter
Schon 2024 hatte Österreich bei den World Skate Games im italienischen Novara mit dem Gewinn der Challenger Championship, der dritten Leistungsstufe, einen Meilenstein gesetzt. Zwei Jahre später folgte nun der nächste große Schritt.

Trainer Francesco Dolce war nach dem historischen Triumph entsprechend stolz: “Die Mannschaft hat die gesamte Woche performt und als Einheit agiert. Ein großes Kompliment an die Jungs!”

Auch Teammanager und Delegationsleiter Thomas Haller durfte sich über den größten Erfolg der jüngeren österreichischen Rollhockey-Geschichte freuen. Dolce brachte das Erfolgsrezept auf den Punkt: “Mit harter Arbeit und Herzblut haben wir gezeigt, dass Österreichs Rollhockey absolut am richtigen Weg ist!”
Was 2024 in Italien mit einem Titel begann, fand nun in Südamerika seine beeindruckende Fortsetzung. Österreich hat sein rot-weiß-rotes Märchen zu Ende geschrieben – mit einem WM-Pokal als krönendem Abschluss.