Déjà-vu in Grün und Weiß

Der Respekt zu groß, eine Halbzeit desaströs, und wieder ein 1:5. “Das ist zu wenig”, so Mader.
Salzburg Er schwanke vor Spielen immer zwischen zwei Zuständen, erklärte Lustenaus Trainer Markus Mader nach dem Spiel bei Red Bull Salzburg. Das eine sei die Hoffnung, durch eine super Leistung etwas mitzunehmen. Das andere sei die Realität, dass man gegen solche Mannschaften auch immer kassieren könne, wenn man nicht auf dem Level sei. Nach der 1:5-Niederlage schlug das Pendel klar aus. “Wir erwarten, dass wir irgendwann den Respekt ablegen. Das haben wir heute wieder nicht geschafft”, sagte Mader.
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Man fühlte sich in der ersten Halbzeit gegen die “Bullen” in eine Zeitmaschine versetzt – die Reise mit ihr ging gerade einmal acht Tage in die Vergangenheit. Da musste Lustenau sich dem SK Rapid auswärts 1:5 geschlagen geben. Und auch da zeigte man sich in Hälfte eins desolat. “Es ist ein bisschen ähnlich gewesen, du kassierst gefühlt im Zehnminutentakt Tore”, sagte Antonio Verinac. In Minute zwölf brachte Yorbe Vertessen die Gastgeber in Führung, in Minute 27 legte Frans Krätzig nach. “Wir haben nur Begleitschutz geliefert, bei den ersten beiden Toren können sie ungehindert um und im Sechzehner dribbeln. Das ist einfach zu wenig”, so Mader. Mit einem Treffer, der an das erste Rapid-Tor vor einer Woche erinnerte, stellte Tim Drexler nach Wechselpass von Edmund Baidoo und Ablage von Vertessen auf 3:0. Der Halbzeitstand war schmeichelhaft. “Salzburg hat die Räume gefunden, die Zwischenräume, die Halbräume. Sie hätten in der ersten Halbzeit ein, zwei Tore mehr machen können”, sagte Verinac. “Wir sind in der Lage, wenn ein Gegner Räume anbietet, die auch zu nutzen”, bestätigte Salzburgs Trainer Danny Röhl. Damit war das Grundproblem aufgezeigt.

Die Zweikampfführung sei unterirdisch gewesen, so Mader, man sei nicht in die Duelle gekommen und wenn, dann habe man sie verloren. Gegen so einen Gegner müsse man ekliger spielen, taktische Fouls einstreuen – eine Kritik, die er bereits nach dem Rapid-Spiel tätigte. Hinzu komme das defensive Umschalten: “Das war eine Katastrophe.” Bei Ballverlusten habe man dem Gegner zugeschaut, habe nicht aggressiv gepresst, und nicht den Mut gehabt, die Lücken in der Salzburger Abwehr zu attackieren. Maders hartes Fazit: “Wir haben sämtliche Prinzipien, die wir uns über die letzten Monate erarbeitet haben, im Bus gelassen.”
Weitermachen als Devise
Nach der Pause schaltete Salzburg einen Gang runter, traf aber durch ein Eigentor und einen Schuss von Abubakr Barry, ehe in der Nachspielzeit Albin Gashi auf 5:1 verkürzte und Dominik Weixelbraun einen wegen Abseits zurückgenommenen Treffer erzielte. “Das war nur noch Ergebniskosmetik”, wusste Verinac.
Am Ende haderte Mader – wie schon gegen Rapid – vor allem mit Hälfte eins. “Das war sehr, sehr enttäuschend, ganz anders als am Donnerstag.” Das Spiel gegen Sturm ließ er nicht als Ausrede gelten. “Natürlich hat das Substanz gekostet, aber die Spieler haben gesagt, dass sie fit sind.” Man werde jetzt noch einmal das Gespräch suchen, “weil ich schon das Gefühl gehabt habe, dass sie schwere Füße hatten.” Englische Wochen ist Lustenau nicht gewöhnt.

Vom gut gefüllten Auswärtsblock gab es wie gewohnt positiven Support, beim Stand von 5:0 wurden dort Wechselgesänge angestimmt. “Die sind nicht realitätsfremd. Sie wissen, dass solche Mannschaften für uns brutale Gegner sind. Da kommt kein böses Wort, da kommen Weitermachen-Parolen”, so Mader. Das kann noch zum Faktor werden, denn mit dem GAK und der WSG Tirol warten Gegner auf Augenhöhe. “Jetzt kommen die Spiele, wo wir am Punkt da sein müssen”, so Mader.