Spielverweigerung statt Torflut: Frauenliga wird zur Farce

Sport / 02.11.2026 • 13:27 Uhr
Meister Leiblachtal durfte nicht jubeln, gewann am grünen Tisch. VN-SERRA
Meister Leiblachtal durfte nicht jubeln, gewann am grünen Tisch. VN-SERRA

Bregenz und Altach 1c ersparen sich Debakel – die Konkurrenz zahlt den Preis.

Bregenz Was ist eine Meisterschaft noch wert, wenn sich Mannschaften ihre Gegner offenbar aussuchen können? In der Frauen-Vorarlbergliga sorgen drei kampflos abgegebene Partien für gehörigen Zündstoff. Schlusslicht SW Bregenz blieb sowohl gegen Alberschwende als auch gegen Röthis dem Spielfeld fern. Auch Altach 1c verzichtete auf das Duell mit Leiblachtal. Statt Fußball gibt es jeweils ein 3:0 am grünen Tisch. Das wirft die Frage auf, wie gerecht dieser Wettbewerb noch ist.

Leiblachtal hätte lieber gespielt als zugeschaut. VN-SERRA
Leiblachtal hätte lieber gespielt als zugeschaut. VN-SERRA

Denn während manche Vereine gegen die beiden Kellerkinder zweistellige Siege feiern konnten, bleibt anderen diese Möglichkeit verwehrt. Alberschwende und Leiblachtal erhalten zwar jeweils drei Punkte, beim Torverhältnis aber nur drei Treffer gutgeschrieben. Bregenz steht bei erschreckenden 2:40 Toren, Altach 1c bei 6:42. Dass ausgerechnet gegen solche Gegner nicht gespielt wird, sorgt zumindest für einen bitteren Beigeschmack.

Livia Klocker führt in der Torschützenwertung. VN-SERRA
Livia Klocker führt in der Torschützenwertung. VN-SERRA

Besonders ärgerlich ist die Situation für die Torjägerinnen. Leiblachtals Livia Klocker führt die Schützenliste mit zwölf Treffern an. Doch während einige Spielerinnen gegen die schwächsten Teams nach Belieben treffen konnten, bleibt anderen diese Chance verwehrt. Die sportliche Vergleichbarkeit leidet erheblich. Auch Geldstrafen von mehreren hundert Euro ändern nichts daran, dass die Leidtragenden jene Vereine sind, die ihre Meisterschaftsspiele ordnungsgemäß bestreiten.

Dass es auch anders geht, demonstrierte Röthis eindrucksvoll. Im Vorderlandderby bei Rankweil 1b feierten die Gäste einen 9:1-Kantersieg. Emma Gwiggner schnürte einen Dreierpack, Knünz und Kranz trafen jeweils doppelt. Die SPG Schlins/Nenzing ließ bei Sulzberg/Doren ebenfalls nichts anbrennen und siegte durch Treffer von Wetz, Civelek, Tomaselli und zweimal Leonie Küng mit 5:0.

Alberschwende ist Winterkönig. Im Frühjahr 2027 wird die Liga nach einer Punkteteilung in Vorarlbergliga und Landesliga mit jeweils fünf Mannschaften aufgespalten. Dann wird die 1b-Mannschaft von SPG Schlins/Nenzing in der Landesliga am Wettbewerb teilnehmen.

Doch bis dahin bleibt ein gewaltiger Schönheitsfehler: Wer auf dem Platz kämpft, muss sich seine Tore verdienen. Wer gar nicht erst erscheint, beeinflusst trotzdem den Wettbewerb. VN-TK