Test: So gut ist das Porsche Cayenne Coupé

Mobilität / 30.11.2019 • 18:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gefälliger als das Basismodell: Beim Coupé ist das Heck besonders geglückt. VN/SAMS

550 PS hübsch verpackt: Ein SUV im Sportwagen-Trimm.

Schwarzach Die ganz großen SUV mit ihren sportlichen Coupéablegern haben eine eingeschworene Fangemeinde und vermutlich noch ein paar Gegner mehr. Während sich das Automobil gerade neu erfindet, kommt da ein potenter Vertreter einer Fahrzeuggattung daher, die ideologisch doch ein wenig das Gestern verkörpert – aber ist eben höchst attraktiv und begehrenswert. So viel Auto so dynamisch verpackt: An diesem SUV kann man sich gar nicht satt sehen, wenn man es denn mag. BMW, Mercedes und Audi waren schneller, Porsche hat bei der dritten Generation des Cayenne nachgezogen und mit dem Coupé einen besonders attraktiven Athleten aufgelegt. Kleine Veränderungen haben große Wirkung: Vom Charakter hat er mit dem Basis-Cayenne wenig gemeinsam. Die etwas flacher gestellt Frontscheibe und die abfallende Dachlinie machen ihn schon im Stand zum Dynamiker.

Auf Rennstrecke getrimmt präsentiert sich das Topmodell beim ersten Kontakt mit dem Gaspedal. 550 PS und 770 Nm Drehmoment sind schon mal eine Ansage. Der Achtzylinder mit seinem einzigartigen Sound schiebt brachial an. Tempo 100 ist in 3,9 Sekunden erreicht, die Spitze liegt bei 286 km/h. Weil man ja nicht immer kann, wie man vielleicht wollte, legen vier der acht Zylinder gelegentlich eine Pause ein. Das hilft beim Spritsparen, ein wenig zumindest. 11,4 Liter sind die Norm, 12,5 die Testpraxis.

Leichtgewicht ist das Cayenne-Coupé freilich keines, ein hoher Schwerpunkt kommt als Handicap dazu. Das Handling des 2,2 Tonnen schweren Brockens ist dennoch sehr ordentlich. Er fährt sich dynamischer als das zu erwarten wäre, macht als Athlet auch im Fahrbetrieb eine gute Figur.

Schick und geräumig

Bis 90 km/h ist das Heck die Schokoladeseite, dann fährt ein Heckspoiler aus. Das verbessert den Anpressdruck auf Kosten der Eleganz und der Sicht nach hinten. Der Fensterschlitz ist ohnedies ein dem Fahrzeugkonzept geschuldetes Manko.

Kaum nennenswerte Einschränkungen bringt die Fahrzeugform beim Platzangebot. Die hintere Sitzbank, die sowohl in einer Zweier- als auch Dreier-Variante zu haben ist, wurde tiefer montiert, womit die Kopffreiheit ausreichend ist. Das große Glasdach sorgt für ein prima Raumgefühl und überhaupt ist das Wohlfühlerlebnis ein ganz besonderes. Die wunderbar verarbeiteten Luxusmaterialien, das fahrerorientierte Cockpit und die vielen Hightechfeatures laden zum Verweilen ein. Oder zu einer Extrarunde. Dieses SUV kann eines besser als die meisten anderen: Fahren. Zumindest auf Asphalt ist das so. Im Gelände kommt das mächtige SUV-Coupé rasch an seine Grenzen. Ein bisschen was geht aber schon, dank der Luftfederung und der damit verbundenen Bodenfreiheit.

Bodenhaftung hat er freilich reichlich, wenn er auch für viele Betrachter abgehoben wirkt. Alles eine Frage der Einstellung.

Porsche Cayenne Turbo Coupé

Motor/Antrieb 4-Liter V8 Bi-Turbo Benziner mit 550 PS, 770 Nm; Achtgang-Automatik, Allradantrieb

Fahrleistungen/Verbrauch 0 auf 100 in 3,9 Sek; Spitze 286 km/h, Verbrauch 11,4 l (12,5 l im Test)

Preis ab 189.674 Euro; Testwagen: 215.526 Euro