So viel AMG steckt im kleinsten Stuttgarter Sportler

Mobilität / 25.01.2020 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit 306 PS ist der A35 alles andere als untermotorisiert. Beim Fahrspass und der Agilität ist der Kleinste ein echter AMG. VN/STIPLOVSEK

Neues Einstiegsmodell hat Markenwerte verinnerlicht: Authentischer Zuwachs in der AMG-Familie.

Schwarzach Der Flügel am Heck lässt kaum Zweifel an den Ambitionen. Bis ins letzte Detail steht hier ein auf Hochleistung getrimmtes Familienmitglied der Sportmarke von Mercedes. Der A35 markiert den neuen Einstieg in die Welt von AMG. Es ist eine von sportlicher Leidenschaft geprägte, ganz auf Fahrperformance ausgerichtete Welt. Ein bisschen gestrig im Geiste und dennoch fortschrittlich wie nie zuvor. Wer schnelle Autos mag und sich an Verbrennungsmotoren nicht stößt, der wird viel Freude mit dem kompakten Flitzer aus Süddeutschland haben.

Die technische Basis ist die neue A-Klasse, also Golf-Format. Alle Errungenschaften des Baby-Benz, MBUX Multimediasystem mit Hey-Mercedes-Spracherkennung inklusive, sind schon mal gesetzt. Alternativ zum stärksten Serien-Vierzylinder der Welt mit 421 PS (A45 S) hat die Sportwagenschmiede des Herstellers nun auch ein Einstiegsmodell mit 306 PS entwickelt. Wobei Einstieg relativ ist: Mit 400 Nm Drehmoment, einem ultraschnell schaltenden Doppelkupplungsgetriebe und vollvariablem Allradantrieb hat auch der kleinste AMG sämtliche Markenwerte verinnerlicht. Der Sprint auf Tempo 100 ist in nur 4,7 Sekunden erreicht. Die Spitze liegt bei 250 km/h. Dass je nach Wahl des Fahrmodus auch akustisch die Post abgeht, ist Teil des AMG-Konzepts: Das Formel-1-Feeling gehört einfach dazu, ganz unabhängig vom Budget.

Exzellentes Ansprechverhalten

In der Praxis, das haben ausführliche Testfahrten gezeigt, sind die 306 PS jedenfalls alles andere als untermotorisiert. Im Gegenteil: Das Ansprechverhalten des komplett neu entwickelten 2-Liter-Turbomotors ist exzellent, Durchzugskraft und Drehfreude überzeugen. Das Aggregat wurde zudem auf Effizienz getrimmt, womit vernünftige Verbrauchswerte realisierbar sind. Mit rund acht Litern im Test (7,3 Liter Normverbrauch) tanzt der A35 keineswegs aus der Reihe, lässt sich in Anbetracht der enormen Leistung in der Praxis durchaus sparsam bewegen.

Mehr noch als die reine Leistungsentfaltung des Aggregats überzeugt der Einstiegs-AMG mit seinem agilen Handling. Selbst im Grenzbereich lässt sich der A35 hochpräzise bewegen, Überraschungen ausgeschlossen. Drei unterschiedliche Fahrwerksregelungen ermöglichen eine gewisse Spreizung von sportlich bis extrem sportlich. Eines bleibt Wunschdenken: Beim Komfort speziell bei schlechten Fahrbahnbedingungen kommt der kleine Sportwagen rasch an seine Grenzen. Alltagstauglichkeit: ja. Komfortables Lang-
streckenfahrzeug: Fehlanzeige. Alles geht nun mal nicht. Die Gene des A35 sind klar der Rennstrecke zuzuordnen. Dort kommt AMG her. Im Schoße der Familie ist auch das Einstiegsmodell ganz der sportlichen Tradition verpflichtet.

Hey Mercedes – mach doch mal auf Muskeln! Ihr Wunsch ist ihm Befehl.

Mercedes-AMG A35 4Matic

Motor/Antrieb 2-Liter Turbobenziner, 306 PS, 400 Nm, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, 4Matic Allrad
Fahrleistungen/Verbrauch 0 auf 100 in 4,7 Sek; Spitze 250 km/h, Verbrauch 7,3 l (Test 8,1 l)
Preis ab 57.310 Euro (Testwagen: 75.530 Euro)