“Ich segne sie mit Instagram-Likes”, sagt Bischof Benno Elbs und begleitet 400 junge Menschen bei der beruflichen Sinnfindung.

05.02.2026 • 16:43 Uhr
"Ich segne sie mit Instagram-Likes", sagt Bischof Benno Elbs und begleitet 400 junge Menschen bei der beruflichen Sinnfindung.
Paula Schuler, Leonie Kaufmann, Lorena Denifl, Anna Haim und Lea Dorner vom Marienberg. VN/DJSOHM

Gespräche, Workshops, echte Fragen. Beim Orientierungstag für soziale und kirchliche Berufe in St. Arbogast suchen junge Menschen ihren Weg.

St. Arbogast Der Orientierungstag für soziale und kirchliche Berufe – das Theo-Forum – füllt an diesem Vormittag das Bildungshaus St. Arbogast mit Stimmen, Bewegung und Neugier. Zwölf Workshops tragen Titel wie “Deine Seele ruft, hör zu”, “Mut zur Zukunft” oder “Gott isch ma unterku”. Dazwischen: Gespräche, Pausen, Mittagessen, Vernetzung an Ständen von Caritas, Bifo und anderen sozialen Einrichtungen.

"Ich segne sie mit Instagram-Likes", sagt Bischof Benno Elbs und begleitet 400 junge Menschen bei der beruflichen Sinnfindung.
Katharina Walch will Musik studieren. VN/DJSOHM

Für Katharina ist der Tag kein Widerspruch zu ihrem Berufswunsch. Musikstudium am Mozarteum, ja. Aber davor vielleicht ein soziales Jahr. “Ich will mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten. Einfach da sein für Menschen”, sagt sie. Dass hier christliche Werte mitschwingen, stört sie nicht. “Es geht um Sinn. Und um soziale Berufe.”

"Ich segne sie mit Instagram-Likes", sagt Bischof Benno Elbs und begleitet 400 junge Menschen bei der beruflichen Sinnfindung.
Luisa Bohle, Amelie Gröber und Leonhard König vom Borg Egg. VN/DJSOHM

Leonhard sieht das ähnlich. Er interessiert sich für Physiotherapie oder Sportmedizin. Der Glaube gibt ihm Halt. “Ich weiß, dass das ein harter Weg ist. Da hilft es, wenn man nicht allein ist.” Gott sei für ihn jemand, der Kraft gibt, wenn es schwierig wird.

Luisa weiß vor allem, was sie nicht will: einen Bürojob. “Ich brauche Begegnung.” Der Glaube sei für sie eine Unterstützung im Alltag, etwas, das Menschen verbinde. “Man geht nicht so allein durchs Leben.”

Mit Instagram-Likes segnet Bischof Benno Elbs seine Follower.

Mittendrin bewegt sich Bischof Benno Elbs durch die Räume, bleibt stehen, hört zu. Für ihn ist klar: Berufung ist kein kirchlicher Spezialbegriff. “Ein Mensch wird dann glücklich, wenn das, was er tut, mit seinem Inneren zusammenpasst.” Gerade in Zeiten von künstlicher Intelligenz würden Berufe wichtiger, die Nähe brauchen: Pflege, Seelsorge, Begleitung. “Das kann man nicht ersetzen.” Damit die jungen Menschen etwas Sinnvolles machen, begegnet Elbs seinen Followern auf Instagram direkt und unkompliziert. “Wenn ich ein Like mache, dann segne ich sie”, so habe Social Media wenigstens einen Sinn, betont der Geistliche.

Die Kirche, sagt Elbs, sei mit 1.600 Mitarbeitenden eine der größten Arbeitgeberinnen im Land – aber entscheidend sei etwas anderes: junge Menschen ernst zu nehmen. “Der erste Schritt ist, dass sie ihre Berufung finden. Alles andere kommt danach.”

"Ich segne sie mit Instagram-Likes", sagt Bischof Benno Elbs und begleitet 400 junge Menschen bei der beruflichen Sinnfindung.
Bischof Benno Elbs kümmert sich selbst um seine Social-Media-Community. VN/DJSOHM

Auch der junge Priester Gabriel Steiner, tätig im Pfarrverband der Kummenbergregion, erlebte bei den Jugendlichen großes Interesse – weniger an fertigen Antworten als an authentischen Geschichten. “Junge Menschen brauchen ein offenes Ohr, Ermutigung und die Freiheit, Dinge auszuprobieren”, sagt Steiner. Glauben sei für viele dann attraktiv, wenn er alltagsnah gelebt werde und Sinn, Halt und Orientierung schenke.

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Kaplan Gabriel Steiner aus der Kummenbergregion. VN/DJSOHM

Das Programm beim Theo-Forum, das unter dem Motto “Da ist was im Busch” stand, war breit angelegt: In Talks berichteten Geistliche, Seelsorger, Ärztinnen, Sozialarbeiter und auch Sportler von ihren persönlichen Berufswegen. Dazwischen blieb viel Zeit für Gespräche an Infoständen von Caritas, Bifo und weiteren sozialen Einrichtungen. Für ein gemeinsames Mittagessen und fürs Netzwerken unter Gleichaltrigen war gesorgt.

"Ich segne sie mit Instagram-Likes", sagt Bischof Benno Elbs und begleitet 400 junge Menschen bei der beruflichen Sinnfindung.
Buntes Treiben beim Infotag für soziale und kirchliche Berufe im Bildungshaus Arbogast. VN/DJSOHM
"Ich segne sie mit Instagram-Likes", sagt Bischof Benno Elbs und begleitet 400 junge Menschen bei der beruflichen Sinnfindung.
Elena Gantschir, Franka Mair und Stella Malin, Höhere Lehranstalt für Sozialmanagement.

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Die Kirche wird jünger.
"Ich segne sie mit Instagram-Likes", sagt Bischof Benno Elbs und begleitet 400 junge Menschen bei der beruflichen Sinnfindung.
Wegen Platzmangels saßen viele junge Menschen am Boden.

"Ich segne sie mit Instagram-Likes", sagt Bischof Benno Elbs und begleitet 400 junge Menschen bei der beruflichen Sinnfindung.
400 junge Menschen auf dem Weg zur beruflichen Orientierung.