Leserbrief: Fasching

Ich durfte mich als Kind im Kindergarten oder bei einem Faschingsumzug als Indianer oder Cowboy verkleiden. Als Sternsinger war ich stolz, der schwarze Mohr sein zu dürfen. Ich freute mich, wenn meine Mama am Sonntag ein Zigeunerschnitzel kochte oder ich eine Schwedenbombe genüsslich süß in meinem Mund drückte. Als Erwachsener schmeckte mir auch das Mohrenbier. Solche Ausdrücke wurden von der Regierung verboten. Und heute? Cowboys wie Trump, Zigeuner wie Putin oder Eisbären wie Stoltenberg oder Panzerknacker Merz verbieten mir meine Sprache abseits des Faschings. Brotasteala. Ist halt Schweinefleisch. Und jetzt kommen noch die HexenverbrennungsgegnerInnen in unser subers Ländle. Das Ganze hat nicht mit Rassismus zu tun, sondern mit Brauchtum. Liebe Mitbürger, verkleidet euch, wie ihr wollt, aber seid ein steuerzahlendes und arbeitendes Volk. Ich verkleide mich nicht für diese Scheinpolitik. Trotzdem wünsche ich allen einen schönen Faschingsausklang und einen Funkensonntag. Bitte nicht jubeln, sondern in Stille trauern, wenn die Hex (Winter) brennt.
David Feurstein, Lochau