Strukturreform bis 2029: Feldkirch stellt Personal auf den Prüfstand

20.02.2026 • 14:22 Uhr
Strukturreform bis 2029: Feldkirch stellt Personal auf den Prüfstand
Bürgermeister Manfred Rädler im Gespräch mit den VN. VN/DJSOHM

Mehr als 500 Verbesserungsvorschläge, interne Prüfungen und der Blick von außen schaffen Klarheit in der Haushaltskasse.

Darum geht’s:

  • Feldkirch plant Strukturreform bis 2029 zur Kosteneinsparung.
  • 400 Einsparungspotenziale werden geprüft.
  • Externe Berater unterstützen objektive Analyse und Vorschläge.

Feldkirch Feldkirch steht vor einem mehrjährigen Konsolidierungsprozess. Was im Juni 2025 gestartet wurde, ist kein kurzfristiges Sparpaket, sondern eine grundlegende Neuaufstellung der Stadtverwaltung bis 2029. Bürgermeister Manfred Rädler spricht bewusst von “klaren Entscheidungen”, die notwendig seien, um die Handlungsfähigkeit der Stadt langfristig zu sichern.

Mehr als 500 Einsparungs- und Verbesserungspotenziale wurden gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen BDO und unter breiter Einbindung der Mitarbeitenden erhoben. Rund 400 davon werden nun vertieft geprüft. Für Rädler ist entscheidend, dass es sich nicht um symbolische Maßnahmen handelt: “Wir können Kosten, die bei uns anfallen, nicht einfach dauerhaft weitergeben – vor allem dann nicht, wenn es um Verbrauchskosten geht.”

Kostendeckung statt Draufzahlen

Die jüngsten Anpassungen bei Wasser-, Müll- und Abwassergebühren seien daher kein politisches Signal, sondern eine Frage der Kostendeckung. “Man kann jede Gebührenerhöhung als unpopulär bezeichnen”, sagt Rädler, “aber wir reden hier von Leistungen, die tatsächlich Kosten verursachen.”

Gleichzeitig verweist er auf die soziale Abfederung: Personen, die einen Heizkostenzuschuss beziehen, erhalten automatisch einen zusätzlichen Zuschuss für die erhöhten Gebühren – ohne Antragstellung. “Wir wollten bewusst keinen zusätzlichen bürokratischen Aufwand schaffen”, so der Bürgermeister. Wer ohnehin zu den einkommensschwächeren Gruppen zählt, bekommt die Unterstützung direkt ausbezahlt.

Warum externe Beratung?

Dass Feldkirch externe Unterstützung beigezogen hat, sei keine Selbstverständlichkeit gewesen, betont Stadtamtsdirektor Müller. Man habe intensiv überlegt, ob ein solcher Prozess intern machbar wäre. “Theoretisch ja – praktisch kaum.” Ein so umfassender Strukturprozess verlange Objektivität. “Wenn Vorschläge nur vom Bürgermeister oder von der Verwaltung kommen, entsteht schnell der Eindruck einer subjektiven Wahrnehmung.”

Strukturreform bis 2029: Feldkirch stellt Personal auf den Prüfstand
Stadtamtsdirektor Christian Müller. VN/DJSOHM

Ein externer Partner bringe Erfahrung, Vergleichswerte und Glaubwürdigkeit. Zudem ermögliche er den Blick über die eigene Stadt hinaus: Wie arbeiten andere Kommunen? Wo beginnen sie mit Reformen, wo hören sie auf? Dieser Austausch – selbstverständlich unter Vertraulichkeit – habe wesentlich zur Qualität der Analyse beigetragen. Zu den Kosten der Beratung äußerte sich die Stadt zurückhaltend. Müller stellte klar: “Natürlich kostet so ein Prozess Geld.” Eine isolierte Zahl ohne Kontext sei jedoch wenig aussagekräftig. Deshalb wolle man den Betrag derzeit nicht öffentlich nennen.

Strukturreform bis 2029: Feldkirch stellt Personal auf den Prüfstand

Richtige Personalplanung ist ein großes Thema

Ein zentraler Hebel liegt im Personalbereich. Für jede Nach- oder Neubesetzung gilt künftig ein neuer Prüfprozess. Dabei wird analysiert, ob die Stelle in dieser Form tatsächlich notwendig ist – oder ob Aufgaben durch organisatorische Anpassungen, Digitalisierung oder Automatisierung effizienter gelöst werden können. Auch natürliche Abgänge, etwa durch Pensionierungen, sollen gezielt genutzt werden, um Strukturen schrittweise anzupassen, so der Bürgermeister.

“Es geht nicht um hektische Einschnitte”, betont Rädler. Vielmehr wolle man einen Fahrplan entwickeln, der bis Mitte 2026 konkretisiert und politisch beschlossen wird. Die Umsetzung erfolgt gestaffelt bis 2029.

Man wolle die Verwaltung effizienter aufstellen, ohne die Qualität der Leistungen aus den Augen zu verlieren. Die kommenden Monate werden zeigen, welche Maßnahmen rasch umgesetzt werden können – und wo politische Grundsatzentscheidungen notwendig sind, heißt es abschließend.