Zwischen Schmerz und Zuversicht: Reha mit Herz im Montafon

28.02.2026 • 17:30 Uhr
Zwischen Schmerz und Zuversicht: Reha mit Herz im Montafon
Christian Bereuter und Sabine Raggl erzählen von ihrem Aufenthalt in der Reha Klinik in Schruns. VOL.AT/SKÖ

In der Reha-Klinik Montafon arbeiten Christian Bereuter (69) und Sabine Raggl (56) täglich an ihrer Genesung – unterstützt von Ärzten und Therapeuten, getragen von eigener Motivation.

SCHRUNS Um halb sechs klingelt für Sabine Raggl der Wecker. Während draußen das Tal langsam erwacht, beginnt für die 56-Jährige aus Bürs ein dicht getakteter Reha-Tag. “Ich habe vor knapp drei Wochen eine neue Hüfte bekommen”, erzählt sie. Zwei Jahre lang habe sie mit Schmerzen gelebt, dann stand fest: Es geht nicht mehr ohne Operation.

Zwischen Schmerz und Zuversicht: Reha mit Herz im Montafon
“Ich habe vor knapp drei Wochen eine neue Hüfte bekommen.” VOL.AT/SKÖ
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Zwei Jahre kämpfte Sabine Raggl mit Schmerzen – nun absolviert sie in der Reha täglich Therapien und gezielte Trainingseinheiten.VOL.AT/SKÖ

Zum ersten Mal ist sie nun in der Reha-Klinik Montafon – obwohl sie aus der Region stammt. “Der geregelte Ablauf, fixe Essenszeiten – und dass immer jemand für dich da ist. Das war schon am Anfang ganz ungewohnt”, sagt sie. Inzwischen gebe ihr genau diese Struktur Halt.

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Auch im Fitnessstudio wird aktiv an der Genesung gearbeitet – mit modernen Geräten und gezielten Trainingsmethoden.VOL.AT/SKÖ

“Kraftmäßig habe ich einen Fortschritt gemerkt”

Christian Bereuter aus Feldkirch ist seit fünf Wochen in der Klinik. Der 69-Jährige hat vor zwei Jahren einen Bandscheibenvorfall erlitten, der operiert werden musste. Dabei wurde ein Teil seiner Wirbelsäule versteift.

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Bereuter berichtet von Fortschritten, auch wenn die Schmerzen noch nicht ganz verschwunden sind.VOL.AT/SKÖ

“Kraftmäßig habe ich einen Fortschritt gemerkt. Die Schmerzen sind immer noch da, aber es ist schon gut”, sagt er.

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Sein Tag beginnt um halb sieben, danach folgen Therapien im Stundentakt: Physiotherapie, Elektrotherapie, Schwimmen, Heilgymnastik sowie Ausdauer- und Krafttraining. “Krafttraining, deshalb, weil man dadurch die Muskulatur aufbauen kann”, sagt er über seine bevorzugte Einheit. Anstrengend sei es. Aber: “Was ich mitnehme, ist die positive Energie und die Motivation, dass ich daheim weitermache mit den Übungen”.

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Hier trainiert Bereuter an Geräten zum Muskelaufbau.VOL.AT/SKÖ

Was beide verbindet, ist der Austausch untereinander. “Man motiviert sich gegenseitig. Interessanterweise hört man niemanden jammern”, sagt Bereuter. Auch Raggl berichtet von neuen Bekanntschaften, ausgetauschten Telefonnummern – und vor allem vom Gefühl, nicht allein zu sein.

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Training mit Panorama: Im Fitnessstudio arbeiten die Patienten mit Blick auf die Bergwelt des Montafons an ihrer Genesung.VOL.AT/SKÖ

Vier Fachbereiche unter einem Dach

Insgesamt 215 Patientinnen und Patienten werden in der Reha-Klinik Montafon zeitgleich betreut – verteilt auf vier Fachbereiche, erklärt Primaria Daniela Penz-Wallnöfer. Orthopädie, psychische Gesundheit, Neurologie und Kardiologie. Sie leitet die neurologische Abteilung mit rund 50 Patienten.

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Primaria Daniela Penz-Wallnöfer leitet die neurologische Abteilung mit rund 50 Patienten.VOL.AT/SKÖ

Das Spektrum reicht von Schlaganfällen über Parkinson bis hin zu Erkrankungen des peripheren Nervensystems. “Wir betreuen neurologisch das gesamte Spektrum”, sagt sie.

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In einem der Therapieräume wird ein Patient betreut.VOL.AT/SKÖ

Entscheidend sei jedoch nicht allein die medizinische Kompetenz. “Ganz wichtig und im Vordergrund steht die Motivation der Patienten”, betont Penz-Wallnöfer. Ärzte und Therapeuten könnten begleiten und unterstützen – “den Weg der Regenerierung und des Gesundheitsprozesses muss jeder Patient selber erarbeiten”. Realistische Ziele und ein gut abgestimmtes Team seien dabei wesentlich.

Wenn Worte wieder möglich werden

Logopäde Philipp Wimmer begleitet Patienten mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen. “Mein Job ist die Diagnostik, Anamnese und Therapieplanung”, erklärt er.

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Logopäde Philipp Wimmer ist für Sprach-, Sprech-, Stimm- oder Schluckstörungen zuständig.VOL.AT/SKÖ

Seine Arbeit beschreibt er als “ganz nah, also hands on”. Es gehe darum, Patienten zu fordern, ohne sie zu überfordern. Fortschritte, auch kleine, seien oft entscheidend.

“Wir fangen viel auf”

Sabine Heel leitet die Patientenadministration und das Beschwerdemanagement mit zehn Mitarbeitern. “Bei uns beginnt der Aufenthalt bereits mit dem ersten Telefonat zur Terminvergabe”, sagt sie. Ihr Team ist Anlaufstelle für organisatorische Fragen – vom Check-in bis zum Therapieplan.

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Sabine Heel leitet die Patientenadministration, das Beschwerdemanagement.VOL.AT/SKÖ

Was berührt sie besonders? “Wenn sie mit der Krücke oder im Rollstuhl zu uns kommen – und am Ende ihres Aufenthalts nur noch mit einer Krücke oder sogar wieder selbstständig hinausgehen.” Dann zeige sich, wie viel möglich sei.

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Seit dem Umbau stehen den Patientinnen und Patienten ausschließlich Einzelzimmer zur Verfügung.VOL.AT/SKÖ