Leserbrief: Die Intendanz des Landestheaters

Frau Schöbi-F. veranlasst, dass die Intendantin des Landestheaters nach Vertragsablauf keine Verlängerung erhält. Für Frau Gräve wäre “eine außergewöhnlich positive Gesamtbeurteilung erforderlich”, um den Vertrag zu verlängern (VN, Standard, …). Welches Studium befähigt Frau Schöbi-F. zu dieser Aussage? Von der Kulturamtsleiterin war noch von “2 erfolgreichen Perioden” die Rede, aber Frau Gräve war wohl zu aktuell, zu modern, zu offen, zu sozial für eine Landesregierung, die auf Stillstandsverwaltung getrimmt ist. Sich eine Entscheidung über Kultur zu erlauben, ohne tiefere Kenntnisse, ist schon heftig. Aber auch in ihrem Metier, der Bildung, muss man sich fragen, ob die ehemalige Lehrerin “eine außergewöhnlich positive Gesamtbeurteilung” verdient. Vorarlberg hat österreichweit nicht nur die zweitschlechtesten Volksschüler in Mathe und Deutsch, sondern auch die zweitgrößte Kinderarmut (bei gestutzter Sozialhilfe). Und natürlich sind daran die Migranten schuld, keinesfalls die Frau Schöbi-F. mit der “außergewöhnlich positiven Gesamtbeurteilung” oder gar die Landesregierung. Wie soll sich dieses Land positiv verändern, wenn Modernität und Fortschritt, gerade bei Kultur und Bildung, verhindert werden, wie soll Zukunft aussehen, wenn die Kinder in einem konservativen Schulsystem schlecht ausgebildet werden? 6600 Jugendliche sind ohne Arbeit, meist weil ihnen eine gute Ausbildung fehlt. Menschen, die in der Wirtschaft dringend gebraucht werden! Armes Vorarlberg!
Otto Kazil, Bregenz