Österreichs erster Kinderrechte Park wurde in Dornbirn eröffnet

Mitten im Dornbirner Kulturhauspark erzählen 13 Schilder Geschichten, die viele noch nicht kennen. Der erste Kinderrechteplatz in Österreich steht in Vorarlberg.
Darum geht’s:
- Neuer Ort im Kulturhauspark thematisiert Kinderrechte.
- Projekt von Kindern und Jugendlichen gestaltet.
- Workshops und Veranstaltungen geplant.
DORNBIRN Zwischen Spielplatz, Bücherschrank und Hochbeeten ist im Kulturhauspark ein neuer Ort entstanden, der zum Nachdenken einlädt. 13 Schilder, bunt gestaltet, teils sichtbar, teils bewusst versteckt, erzählen hier von Kinderrechten.
Kinderrechte mitten in der Stadt
Initiiert wurde der erste “Platz für UN-Kinderrechte” in Vorarlberg von den Kinder- und Jugendbotschafter*innen der Caritas Auslandshilfe. Ihr Ziel: Kinderrechte aus der Theorie holen und dorthin bringen, wo das Leben stattfindet – mitten in die Stadt.

“Es war uns wichtig, einen Ort zu schaffen, der nicht nur informiert, sondern berührt”, sagt Projektkoordinatorin Nico Kantner. Die Idee entstand im Umfeld des Menschenrechte-Netzwerks – und wurde bewusst weitergedacht: Nicht allgemeine Menschenrechte sollten im Fokus stehen, sondern jene der Jüngsten.
Ein Park wird zum Lernort
Der Standort im Kulturhauspark ist kein Zufall. Zentral gelegen, gut erreichbar und bereits ein Treffpunkt für Familien, bietet er die passende Bühne. Bestehende Elemente wurden dabei bewusst einbezogen: Beim Spielplatz geht es um das Recht auf Spiel und Freizeit, beim Bücherschrank um Bildung, beim Friedenspfahl um Schutz vor Krieg und Flucht.

Die Schilder sind kindgerecht gestaltet, mit Fragen, kleinen Rätseln und interaktiven Elementen. Sie richten sich nicht nur an Kinder, sondern auch an Erwachsene. “Viele kennen die Kinderrechte gar nicht oder unterschätzen ihre Bedeutung”, sagt Kantner. Genau hier setzt das Projekt an.
Von der Idee bis zum Fundament
Besonders ist nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Weg dorthin. Der Kinderrechteplatz ist ein Projekt mit 100 Prozent Kinder- und Jugendbeteiligung. Von der ersten Idee bis zur Umsetzung waren junge Menschen federführend beteiligt.
Sie entwickelten Inhalte, gestalteten Skizzen, präsentierten das Projekt bei Stadtplanung und Politik – und legten sogar selbst Hand an. “Die Jugendlichen haben die Fundamente mitgegraben”, erzählt Kantner. “Sie waren bei allen Entscheidungen dabei und haben Verantwortung übernommen.”

Stimmen der jungen Generation
Was dieser Ort bedeutet, zeigen auch die Stimmen jener, für die er gedacht ist. Kinderbotschafterin Frida Manser bringt es auf den Punkt: “Nicht jeder kennt Kinderrechte. Aber es ist wichtig, dass auch Erwachsene wissen, wie Kinder wertgeschätzt werden.” Für Anna Lorenzi steht vor allem eines im Mittelpunkt: “Das Recht auf ein sicheres Zuhause.”
Auch ältere Jugendliche engagieren sich. Fabian Fuidl, seit Kurzem Jugendbotschafter, sieht im Projekt eine Chance zur Aufklärung: “Jeder sollte wissen, welche Rechte Kinder haben und dass sie auch eingehalten werden müssen.”

Der Kinderrechteplatz ist vorerst auf ein Jahr angelegt, mit dem Ziel, dauerhaft zu bleiben. In dieser Zeit soll er mehr sein als eine Installation: ein lebendiger Treffpunkt für alle und immer öffentlich begehbar.
Gemeinsam mit zahlreichen Partnerorganisationen sind Workshops, Aktionen und Veranstaltungen geplant – von Gebärdensprachkursen über Graffiti-Projekte bis hin zu Kinderrechtsrallyes. Ein eigenes Netzwerk soll die Aktivitäten bündeln und weiterentwickeln.