„Tumor und Humor leben Tür an Tür!“

Thomas “tOmi” Scheiderbauer – hat sein spannendes Leben in Buchform „gepackt“.
Bregenz Am Dienstag, 24. März, lädt tOmi Scheiderbauer um 19 Uhr zu einer Benefiz-Lesung zugunsten Hospiz für Kinder in die evangelische Kirche nach Feldkirch, einen Tag später, am Mittwoch, 25. März, liest er ebenfalls um 19 Uhr im „DOK 20“ aus seinem neu erschienenen Buch. „ICH BIN – meine Freund:innen, der Tumor und die Kunst“. In diesem Buch beschreibt tOmi Scheiderbauer wie ihn die Diagnose Knochenmarkstumor vor rund sieben Jahren auf den Grund seines Lebens führte. „Es erzählt mittels Reflexionen aus meiner einjährigen Zeit im Krankenbett, enthält aber auch viele Anekdoten über mein vierzigjähriges künstlerisches Schaffen.“

“Ich bin ein Partist”
Der 1961 in Hard geborene Künstler Thomas „tOmi“ Scheiderbauer lebt und arbeitet seit vielen Jahren im süditalienischen Lecce, unterbrochen von zahlreichen Reisen und Projekten in verschiedenen Ländern. Schon früh entwickelte er dabei eine nomadische künstlerische Praxis: Stationen seines Lebens und Arbeitens führten ihn unter anderem in die Schweiz, nach Ägypten und nach Spanien. „Meine Projekte sind meist multimedial angelegt und beziehen häufig ganze Gruppen von Menschen mit ein – etwa Geflüchtete oder lokale Gemeinschaften“, beschreibt tOmi Scheiderbauer. „Kunst verstehe ich als ein dialogischer und gemeinschaftlicher Prozess. Ich nenne mich lieber Partist als Artist; als Künstler, der beobachtet, dass Ideen immer im Dialog entstehen, als ein Künstler der Partizipation“, fügt er selbstbewusst hinzu. Zahlreiche Projekte entstanden in Kooperation mit anderen Künstlerinnen und Künstlern sowie internationalen Initiativen. Diese Offenheit für Begegnung und Austausch prägt nicht nur seine Kunst, sondern auch seinen Blick auf das Leben.

Das Leben von Grund auf …
Nach der Diagnose eines multiplen Myeloms – eines Knochenmarktumors – sowie der seltenen Erkrankung Amyloidose im Jahr 2019 folgte eine acht Monate dauernde Therapie mit Krankenhausaufenthalten und einer Knochenmarktransplantation. Dabei wunderte er sich von Anfang an, dass er diese Strapazen nicht primär als solche empfand, und begann sich zu fragen, warum er dem Ganzen vielmehr mit Neugier, denn mit Angst begegnete. Dieser Frage geht das Buch nach. „Ich habe den Tumor ab dem ersten Moment eher als einen Freund, denn als eine Bedrohung empfunden, einfach weil ich spürte, dass ich viel von ihm – dem Leben – lernen kann.“ Schließlich versprach er sich selber, dass er darüber ein Buch schreiben wolle, sollte er es denn überleben. Das Buch ist zugleich eine Reise durch sein künstlerisches Tun und Lassen, dessen Umfeld, seine Freundschaften und prägenden Begegnungen.

Diese Mischung aus Tiefgang und Leichtigkeit prägt auch seine Lesungen. „Besucherinnen und Besucher erwartet kein klassischer Literaturabend, sondern eine offene Begegnung“, erzählt tOmi Scheiderbauer, in dessen künstlerischem Namen der enge Bezug zu seiner Oma Niederschlag gefunden hat. Trotz des ernsten Hintergrunds bleibt dabei stets Raum für Humor. „Tumor und Humor leben nicht nur klanglich Tür an.“ Dass die Lesung in Feldkirch als Benefizveranstaltung zugunsten Hospiz für Kinder der Caritas stattfindet, ist für Scheiderbauer ein besonderes Anliegen. Schon während seines Studiums in Basel arbeitete er zeitweise als Hilfspfleger in der geriatrischen Abteilung einer psychiatrischen Klinik und kam dort auch intensiv mit dem Thema Sterben in Berührung – eine Erfahrung, die ihn sehr prägte und für die er immer großen Dank empfand. Die Arbeit von Hospiz-Teams erfüllt ihn daher seit jeher mit großer Bewunderung.
Zur Person
Thomas “tOmi” Scheiderbauer
Geboren 1961
Wohnort Bregenz und Lecce (Italien)
Hobbys Keine. Kunst füllt schon den ganzen Spielraum aus.
Lebensmotto Es ist was es ist, sagt die Liebe
Lesungen Di., 24. März, 19 Uhr, Evangelische Kirche Feldkirch (Benefizlesung zugunsten Hospiz für Kinder der Caritas) + Mi., 25. März, 19 Uhr, DOK 20, Lustenau