Von Stille, Lärm und Prestigeduellen – der VN-Überblick für die kommenden Tage

Vorarlberg / 06.03.2026 • 11:20 Uhr
Von Stille, Lärm und Prestigeduellen – der VN-Überblick für die kommenden Tage

Was es dieses Wochenende (und darüber hinaus) in Vorarlberg alles zu erleben gibt.

In Vorarlberg passiert viel. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Daher gehen die VN jeden Freitag weit über das Format der bloßen Event-Ankündigung hinaus. Persönlich und kompetent geben Redakteurinnen und Redakteure ihre Empfehlungen für Familienunternehmungen, Sport, Kultur, Events, Gastronomie, Bücher, Musik und mehr ab.

Mehr als nur ein Derby

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Christian Adam ist Sportchef bei den VN. Sein Herz schlägt für den Fußball, seine Expertise geht jedoch weit darüber hinaus. Seinen jeden Samstag erscheinenden Newsletter kann man unter https://www.vol.at/newsletter abonnieren.

Die VN titelten nach der siebenten Saisonniederlage von Handball Bregenz „Alarmstufe Rot“. Dabei ist Rot doch die Farbe des Ligakonkurrenten aus Hard. Und jetzt können die „Roten Teufel“ vom Bodensee ausgerechnet im Derby die Bregenzer der Abstiegsrunde in der HLA ein weiteres Stück näherzubringen. Das Duell der beiden Erzrivalen aus dem Ländle sorgt allein aus sportlicher Hinsicht seit mehr als einem Jahrzehnt für knisternde Spannung. Am Samstag nun steigt das 108. Aufeinandertreffen in der Handballarena in Bregenz, Anpfiff ist um 15.20 Uhr. Dementsprechend ist der Run auf die Tickets, nur noch Restkarten sind für das wohl ausverkaufte HLA-Spiel zu haben. Der Kampf um das Viertelfinalticket elektrisiert zusätzlich, zumal Hard als Tabellenführer in die Partie geht und Bregenz erstmals in der Vereinsgeschichte die Abstiegsrunde droht. Sechs Runden vor Schluss des Grunddurchgangs liegt der Druck ganz auf Seiten der Gastgeber. Denn Bregenz muss nicht nur den aktuellen Negativlauf, sondern vielmehr noch die lange Sieg-Durststrecke im Derby beenden. So gelang der letzte Heimsieg gegen Hard am 22. Februar 2019, danach gab es nur noch einen vollen Erfolg – im Dezember 2020 in Hard. Beste Voraussetzungen für Handballspiel der Extraklasse. Zumal kein anderes Derby im österreichischen Handball auf höchstem Niveau so lange schon Bestand hat. Auch in seiner 28. Saison hat das Spiel nichts von seiner polarisierenden Dramaturgie verloren. Es ist ein Muss für alle Sportfans.

Im Schweigen liegt ein Leuchten

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Felix Holzer ist Artdirector bei den VN. Seine Interessen gelten dem Spannungsfeld zwischen der Sub- und der Hochkultur – und der Geschichte, speziell der lokalen.

Am Mittwoch, 11. März 2026, wird das Festspielhaus Bregenz zum Resonanzraum für das, was man gemeinhin nicht greifen kann: Stille, Erinnerung, Gegenwart. Um 18.45 Uhr gibt es im Saal Bodensee eine Konzerteinführung – also die freundliche Einladung zum gedanklichen Warmlaufen. Um 20 Uhr hebt sich im Großen Saal der Klang.

Auf dem Programm der Bregenzer Meisterkonzerte: eine Valentin-Silvestrov-Gala mit dem Kammerorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks unter Radoslaw Szulc – und mit Hélène Grimaud am Klavier.

Zunächst Arvo Pärt. Ein Komponist, der aus wenig viel und aus viel wenig macht – vor allem wenig Lärm. „Fratres“ und „Spiegel im Spiegel“ sind Stücke, die sich nicht aufdrängen, sondern einstellen. Musik wie ein Gedanke, der sich selbst zuhört. Pärts Genie liegt in der Reduktion: Er streicht so lange, bis nur noch das Wesentliche übrig bleibt – und das ist erstaunlich reich. Man hört Töne. Und zwischen ihnen: Bedeutung.

Diese Haltung verbindet ihn mit Valentin Silvestrov. Auch er hat der Avantgarde einst höflich Lebewohl gesagt und sich einer Musik zugewandt, die nicht schreit, sondern spricht – leise, aber bestimmt. Seine „Hymne“ ist ein Lobgesang mit eingebautem Innehalten. Die Bagatellen sind scheinbare Kleinigkeiten, die sich als große Form im Taschenformat entpuppen. Musik wie ein Gedicht, das zufällig wirkt und gerade deshalb bleibt.

Und dann Hélène Grimaud. Sie spielt nicht einfach – sie hört voraus. Ihr Anschlag hat etwas Fragendes, ihr Piano eine eigene Gravitation. In enger künstlerischer Verbindung mit Silvestrov ist hier ein Programm entstanden, das mehr ist als eine Abfolge von Werken: ein Dialog über Zeit. „Der Bote“, die „Two Dialogues“, „Wedding Waltz“ – das sind Gespräche mit Mozart, Schubert, Wagner. Keine Zitate, eher Zuwendungen.

Ein Abend also, der nicht Effekt sucht, sondern Wirkung entfaltet. Wer am 11. März in Bregenz zuhört, wird merken: Die größten Ereignisse geschehen bisweilen im Nachhall.

guestroom im Literaturhaus

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Andreas Marte leitet die Kulturredaktion der VN, wo er seine größte Leidenschaft – neben seiner Familie – zu seinem Beruf gemacht hat. Seinen jeden Donnerstag erscheinenden Newsletter kann man unter https://www.vol.at/newsletter abonnieren.

Mehrmals im Jahr öffnet das Literaturhaus Vorarlberg in Hohenems seinen „guestroom” für die vielfältigen Initiativen des Landes und macht so die literarische und künstlerische Szene Vorarlbergs auf der eigenen Bühne unmittelbar sichtbar. Am Dienstag, dem 10. März, um 19 Uhr, steht eine Institution im Mittelpunkt: das Theater KOSMOS.

Hubert Dragaschnig und Augustin Jagg blicken auf drei Jahrzehnte Theaterarbeit zurück: auf Aufbrüche und Widerstände, auf künstlerische Entscheidungen, die eine freie Szene geprägt haben. Eine Szene, die stets regional verwurzelt war und doch weit über das Land hinausstrahlte. Wer die beiden erlebt hat, weiß, dass dieser Rückblick kein nüchternes Resümee, sondern ein lebendiger, mitunter pointierter Streifzug durch die jüngere Theatergeschichte Vorarlbergs werden wird.

Dragaschnig ist seit den späten 1970er-Jahren künstlerisch tätig, er ist Autor zahlreicher Hörspiele und war langjähriger Produktionsleiter der Bregenzer Festspiele. Mit dem Theater KOSMOS hat er einen Ort kontinuierlicher Auseinandersetzung geschaffen. Jagg, seit Jahrzehnten als Regisseur im deutschsprachigen Raum tätig ist, prägt das Haus ebenso als künstlerischer Leiter.

Die Helden der Jugend kommen!

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Michael Prock ist Politik-Leiter bei den VN, Vater einer sechsjährigen Tochter, Fußballer und ein großer Freund der Popkultur. Seinen jeden Freitag erscheinenden Newsletter kann man unter https://www.vol.at/newsletter abonnieren.

„It‘s a loffer poffer ding dong, bigger than King Kongs!” Oh, wie haben mich diese in ein Megafon gebrüllten Sätze durch meine Jugend getragen. Crossover! Was war das für ein schönes Genre. Und die H-Blockx sind bis heute eine der Protagonisten. 1994 begann die Reise der Band. Klar, die Mitglieder altern – aber ohne ihre Energie zu verlieren. Das gilt sicherlich auch für die Fans; wie sie im August 2024 unter Beweis gestellt haben, als die H-Blockx die mitternächtliche Szene-Bühne in Lustenau rockten. Vor der Bühne bildete sich ein Moshpit voller Mitvierziger mit (wahrscheinlich) bodenständigen Berufen und (wohl) Kindern zu Hause, die sich zu „Ring of Fire“ gegenseitig in die wohlstandsbespeckten Hüften sprangen. Wie schön das war. Wer die Helden meiner Jugend samt dem eben beschriebenen Schauspiel erleben möchte, hat kommende Woche die Gelegenheit dazu. Am Mittwoch sind die H-Blockx im Conrad Sohm in Dornbirn zu Gast. Mich werdet ihr garantiert ganz vorne finden. What you want? Move!

Chefinspektor Spiegel ermittelt wieder

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Paloma Mock ist Jungredakteurin bei VOL.AT, liebt Fantasy-Bücher, entdeckt beim Gaming neue Welten und trinkt am liebsten Grüntee. Ihren jeden Donnerstag erscheinenden Newsletter kann man unter https://www.vol.at/newsletter abonnieren.

Mit „Tod im Lehrerzimmer“ ist der zweite Band der Ländle-Krimi-Reihe von Stefanie Graf erschienen. Bereits ihr erstes Buch trug den Titel „Nur Gott lebt ewig“. In beiden Romanen ermittelt Chefinspektor Spiegel, das Ermittlerteam bleibt bestehen, erzählt wird jedoch ein neuer Fall.

Im aktuellen Band sucht Spiegel Erholung in einem Kurhotel. Die geplante Auszeit endet abrupt, als ein Gast spurlos verschwindet. Während er dieser Sache nachgeht, wird das Ländle von einem weiteren Verbrechen erschüttert: Eine beliebte Lehrerin wird brutal ermordet. Der Klappentext nennt zwei Schauplätze – das Kurhotel und eine Schule – sowie zwei Verbrechen. Zudem ist von einer Vergangenheit die Rede, deren Schatten tödlich lang geworden sind.

„Tod im Lehrerzimmer“ wird als Band 2 geführt und ist als Softcover sowie als E-Book erhältlich.

Eine Lesung findet am 14. März ab 19 Uhr im Alten Pfarrheim in Höchst statt. Der Eintritt ist frei. Vier Autorinnen aus Vorarlberg lesen an diesem Abend aus ihren Werken. Es besteht die Möglichkeit, signierte (Sonder-)Ausgaben zu erwerben und mit den Autorinnen ins Gespräch zu kommen.