Freudentränen für den ESC: Vorarlbergerin endlich live dabei

17.05.2026 • 13:14 Uhr
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Simone Wohlgenannt in ihrem ESC-Outfit vor der Wiener Stadthalle. Lena Leibetseder

Simone Wohlgenannt aus Vorarlberg erlebte beim ESC-Finale in Wien ihren lang ersehnten Traum.

Sobald der Austragungsort für den nächsten Eurovision Song Contest feststeht, sind viele hartgesottene Fans schon dabei, Hotelzimmer zu buchen. So auch Simone Wohlgenannt (48) aus Dornbirn: Für den Fall der Fälle hatte Simone schon nach JJs Sieg in Basel ein Zimmer in Wien für Mai reserviert. Beim Ticketverkauf für das große Finale hatte die Dornbirner Kindergartenassistentin dann allerdings kein Glück und ging leer aus.

Die VN machten ihren Traum aber doch noch möglich: Beim Gewinnspiel, das den größten ESC-Fan Vorarlbergs gesucht hat, setzte sich die 48-Jährige durch. Sie veranstaltet seit Jahrzehnten mit Freundinnen ESC-Partys inklusive Quiz, Fahnen, Kostümen und Tippspiel, schwärmt von Auftritten wie jenem von Conchita Wurst 2014 in Kopenhagen und fiebert jedes Jahr aufs Neue mit. Nur live vor Ort dabei war sie nie – bis jetzt.

Als sie den Anruf bekam, konnte sie es kaum glauben – sie dachte zuerst, es handle sich um einen Scherz. Als sie es realisierte, kamen die Freudentränen.

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Simone mit ihrem Lebensgefährten Rene in der Stadthalle – die Mütze ist ein Fanartikel des griechischen Sängers Akylas.privat

Mit den VN-Tickets in der Hand reiste Simone am Wochenende nach Wien und stand am Samstag in der Wiener Stadthalle, wo der 70. Eurovision Song Contest über die Bühne ging. Dass der Weg dorthin kein einfacher war, nahm sie gelassen: eine Stunde Anstehen beim Security-Check, stundenlanges Stehen in der Halle – für jemanden, die jahrelang in der Pflege lange Schichten mit kaum einer Pause gewohnt war, keine große Sache. Und die Atmosphäre entschädigte für alles: “Die Leute waren alle sehr friedlich, so ein Zusammenhalt – da merkt man schon die Gemeinschaft beim ESC”, sagt sie. “Niemand hat angerempelt, nichts. Also das ist echt sensationell.”

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Die bulgarische Gewinnerin Dara mit dem ESC-Pokal. APA/GEORG HOCHMUTH

Der Abend selbst hielt dann auch für Simone, die normalerweise mit ihrem Gewinntipp immer recht behält und dieses Jahr auf Finnland gesetzt hatte, Überraschungen bereit. Bulgariens Vertreterin Dara, 27 Jahre alt, holte mit ihrem Party-Song “Bangaranga” überraschend den Sieg – sowohl beim Jury- als auch beim Publikumsvoting.

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Simones eigentliche Favoriten: Linda Lampenius und Pete Parkkonen aus Finnland.APA/Georg Hochmuth

Mit 312 Punkten vom Publikum und 204 von den Jurys verwies sie Israels Noam Bettan auf Platz zwei und die rumänische Sängerin Alexandra Căpitănescu auf Platz drei. Die lange als Topfavoritinnen gehandelten Finnen Linda Lampenius und Pete Parkkonen landeten letztlich auf Rang sechs. Für Simone war das Ergebnis verdient: “Sie hat eine super Show geliefert, super gesungen – und die ganze Halle hat mitgetanzt und mitgeklatscht.”

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Österreichs Kandidat Cosmó, der lange als Kandidat für den letzten Platz gehandelt worden war, kam mit sechs Punkten auf den vorletzten Rang. “Schade, der war auch nicht schlecht”, sagt Simone. “Er hat sich schon mehr Punkte verdient.”

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Für Simone Wohlgenannt war es trotz des unerwarteten Ausgangs ein unvergesslicher Abend. “Die Zeit ist so schnell vergangen”, sagt sie am Tag danach zu den VN, hörbar begeistert. “Ich muss das alles erst mal Revue passieren lassen.”

Vielleicht folgt 2027 schon die nächste ESC-Reise: Bulgarien, sagt Simone, sei durchaus reisewert. Einen österreichischen Fanclub, der jedes Jahr gemeinsame ESC-Reisen organisiert, hat sie in der Halle jedenfalls schon einmal kennengelernt.