ESC in Wien: Zwischen Glitzer, Warteschlangen und großer Show

Der Eurovision Song Contest verwandelt Wien in eine einzige große Bühne. Zwischen Fan-Zonen, Sicherheitskontrollen und riesiger TV-Show bekommen Besucher dabei weit mehr zu sehen als nur die Auftritte auf der Bühne.
Wien Der Eurovision Song Contest steuert in Wien auf seinen Höhepunkt zu. Am Samstag geht in der Stadthalle das große Finale über die Bühne. Die ganze Woche lang ist die Stadt bereits fest in ESC-Hand. Zwischen Glitzer, Fahnen und Pop, Rock und Schnulzenmusik verwandeln sich Plätze, Straßen und Fan-Zonen in eine einzige große Bühne.

Der Wettergott zeigt sich dabei nicht gerade von seiner besten Seite. Gewitterzellen haben zu Wochenbeginn Teile des Rahmenprogramms am Rathausplatz ausgebremst, auch an den Folgetagen bleibt das Wetter wechselhaft. Der Stimmung tut das allerdings keinen Abbruch.

Der Song Contest spielt sich längst nicht nur in der Stadthalle ab. Über die ganze Stadt verteilt entstanden ESC-Hotspots, an denen Fans gemeinsam feiern, singen und auf die große Finalshow hinfiebern. Einer der wichtigsten Treffpunkte ist das Eurovision Village am Rathausplatz, wo den ganzen Tag ein stimmungsvolles Programm geboten wird, auch ESC-Teilnehmer stehen auf der Bühne und präsentieren ihre Songs live vor den Fans.

Engelbert (56) aus Lech am Arlberg ist extra für den ESC nach Wien gereist. „Das Wetter ist ein bisschen besser als in Vorarlberg“, sagt er und lacht. Vor allem die Stimmung rund um den Song Contest habe ihn in die Bundeshauptstadt gezogen.

Allerdings müssen Besucher auch Geduld mitbringen. Schon beim Eingang bilden sich bereits zur Mittagszeit stellenweise längere Schlangen. Die Sicherheitskontrollen sind streng, Taschen dürfen maximal die Größe eines A4-Blattes haben. Ausgerechnet die offizielle ESC-Goodie-Bag sorgt dabei für Schmunzeln: Sie ist minimal zu groß und darf nicht mit auf das Gelände genommen werden. Es sei denn, der Security-Mitarbeiter drückt ein Auge zu.

Die Kontrollen selbst erinnern teilweise an einen Flughafen. Besucher werden mit Metalldetektoren überprüft und zusätzlich abgetastet. Weil Frauen ausschließlich von weiblichem Sicherheitspersonal kontrolliert werden dürfen und davon zeitweise zu wenige vor Ort sind, geht es beim Einlass oft nur langsam voran.

Die Song-Contest-Fans Johanna, Martin und Adrian nehmen es gelassen. Sie nutzen die Zeit, um sich auf das große Finale vorzubereiten. Auf dem Handy läuft der “Tanzschein-Tanz” von Cosmo, dazu werden die passenden Schritte gleich vor Ort geübt. “Wir drücken natürlich Österreich die Daumen”, sind sich die drei Freunde einig.

Wer eines der begehrten Tickets für die Shows in der Stadthalle ergattert hat, muss sich dagegen auf deutlich strengere Regeln einstellen. Dort gilt eine “No-Bag-Policy”, Taschen sind in der Halle grundsätzlich nicht erlaubt. Der Einlass läuft dadurch zwar vergleichsweise rasch ab, kontrolliert wird aber trotzdem genau.
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Drinnen angekommen, eröffnet sich dafür ein beeindruckender Blick auf die riesige ESC-Bühne. Vor allem von den Rängen aus lässt sich das Lichtermeer samt Kamerafahrten und Pyrotechnik bestens verfolgen. Wer allerdings im Stehbereich möglichst nahe an die Bühne will, sollte früh vor Ort sein. Ganz hinten wird aus der großen ESC-Show schnell ein Blick auf Bildschirme und Fanrücken.

Dafür fährt der ESC in Wien technisch groß auf. Spidercams schwirren quer durch die Halle über den Köpfen der Besucher, Kamerakräne fahren knapp am Publikum vorbei. Zwischen den Songs wird hektisch umgebaut, Bühnenbilder verschwinden innerhalb weniger Sekunden wieder von der Bühne. Während im Fernsehen alles perfekt und nahtlos wirkt, bekommt das Publikum vor Ort auch einen Blick hinter die Kulissen einer großen ESC-Show. Und spätestens wenn Tausende Fans gemeinsam mitsingen und die Halle im Lichtermeer versinkt, geraten selbst längere Warteschlangen schnell in Vergessenheit.


