Hanspeter Mathis: Ein Wolfurter Original mit tausend Ideen und dem Herz am rechten Fleck

Am 17. Mai starb Hanspeter “Lendi” Mathis, der mit seiner Kreativität und seinem unvergleichlichen Humor das gesellige Leben in der Gemeinde prägte.
Von Martina Hädge
Wolfurt Hanspeter wurde am 24. Juni 1959 als zweites Kind von Trudi und Hans Mathis geboren. Weil der kleine Hanspeter nächtelang geschaukelt werden wollte, meinte der Kinderarzt, dass er wohl ein Gesellschaftsmensch sei. Er sollte recht behalten.

Hanspeter erlebte eine schöne Kindheit mit seiner Schwester Christine und vielen Spielkameraden. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Schlosser und technischen Zeichner bei der Firma Schelling in Schwarzach. Danach wechselte er zu MBM, der Maschinenbaufirma seines Vaters, wo er bis zur Pensionierung blieb. Ob Büro, Konstruktion oder Produktion – Hanspeter hatte Talent für alles. Der Verkauf wurde sein Hauptgebiet, und er reiste oft nach Frankreich oder Polen. Er war ein Tüftler und fand für jedes noch so verzwickte Problem seiner Kunden eine Lösung.

Vielseitiges Organisationstalent
Hanspeter wirkte im Laufe seines Lebens in vielen Vereinen mit: bei den Pfadfindern, beim Volleyballclub Wolfurt, dem Theater Wolfurt und der Faschingszunft. Er schätzte Traditionen und belebte sie mit seinen kreativen Ideen und seinem außergewöhnlichen Organisationstalent immer wieder neu. Jeder wusste: Wenn sich Lendi etwas ausgedacht hatte, so hatte es Hand und Fuß. Die berühmte Wolfurt Trophy ist nur eines der Projekte, denen er zum Erfolg verhalf.
Stolzer Familienvater
Beim Wolfurter Theater lernte Hanspeter seine Frau Susanne kennen. Die beiden heirateten 1992. Für die Söhne Julian und Benedikt war er ein hingebungsvoller Vater, lebenslang war er sehr stolz auf sie. Sie konnten ihm alles erzählen, stets war er mit Rat und Tat für sie da. So half er ihnen, im Keller des Familienhauses einen privaten Jugendclub einzurichten, wo sich an den Wochenenden viele junge Leute, die “Kellerkinder”, zum Feiern treffen konnten. Nach seiner Pensionierung unterstützte Hanspeter seine Frau Susanne und die Söhne, wann immer sie seine Hilfe für die Schwanenmärkte brauchten.
“Maschgorar” aus Leidenschaft
Bei der Faschingszunft “Läbbe” stand Lendi jahrzehntelang begeistert an vorderster Stelle. Bei unzähligen Balleinlagen und Faschingsumzügen war er die Seele des Geschehens. Er hatte die originellsten Ideen und konnte das Unmögliche möglich machen. Niemand hätte geglaubt, was ihm einmal gelang: für den Läbbeball den Cubus mit dem Vereinshaus durch ein großes Zelt zu verbinden und dafür zwei Tage lang die Wälderstraße zu sperren. Als Faschingspensionist prägte er später das Vereinsleben von “Läbbe-gsi”, organisierte die Vereinsausflüge und das Wolfurter Weißweinfest.

Wo er war, wurde das Leben gefeiert
Hanspeter war ein geselliger Mensch: herzlich, offen und geradeheraus. Er hatte ein breites Wissen und diskutierte gern, stets aufmerksam und respektvoll, niemals drängte er seine Meinung auf. Gern hätte man ihn in der Gemeindepolitik gehabt, doch er erwiderte, das sei nichts für ihn. “Ich kann nicht um den heißen Brei herumreden.” Ganz besonders war Lendi für seinen einzigartigen, trockenen Humor bekannt. Er verstand es wie kaum ein anderer, Menschen zum Lachen zu bringen und Leichtigkeit und Lebensfreude zu verbreiten.
Die Krebsdiagnose in diesem Frühjahr traf ihn und seine Familie völlig überraschend. Er verlor den Kampf gegen die Krankheit innerhalb weniger Wochen. Auch hier wollte er Klarheit, wie immer in seinem Leben. Mit seinen Lieben nutzte er die kostbare Zeit, so gut es möglich war. Begleitet von seiner Frau Susanne verließ er diese Welt. Über 400 Trauerkarten an seine Familie bezeugen, wie sehr man Lendi schätzte und mochte.
Begleitet durch: Bestattung Nuck
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