Leserbrief: Geht so Demokratie?

Beispiel 1: Die Schließung der Geburtenstation Bludenz wurde damit begründet, dass sie zu klein sei, zu wenige Geburten habe und deshalb zu wenig Routine vorhanden sei. Dann schließen Sie, Frau Rüscher, eigenartigerweise die größte Geburtenstation des Landes in Dornbirn. Beispiel 2: Experten werden ins Boot geholt, um die Spitalsreform patientengerecht und fachlich kompetent zu planen. Betroffene Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegepersonal holen Sie, Frau Rüscher, kaum bis gar nicht dazu. Wie objektiv sind übrigens diese Experten? Beispiel 3: Eine Online-Petition mit nahezu 58.000 Unterschriften und ein Volksbegehren mit 17.605 Unterstützerinnen und Unterstützern werden vorgelegt. Bei den Teilnehmenden des Volksbegehrens bedanken Sie sich zwar, Frau Rüscher. Aber bereits im Vorfeld des Volksbegehrens haben Sie mitgeteilt, dass das Ergebnis nichts an der Entscheidung Dornbirn betreffend ändern werde. Also folglich haben Sie die Unterstützungsunterschriften nie wirklich interessiert. Mein Fazit: Es ist für mich als Mensch, für den die Demokratie, der verantwortungsvolle Umgang mit basisdemokratischen Mitteln und die Verlässlichkeit der Aussagen von Politikerinnen und Politikern einen sehr hohen Stellenwert haben, erschreckend zu sehen, wie Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in der Politik mit diesen Werten umgehen. Es macht mir Angst, es macht mich wütend, und es macht mich sprachlos!
Elke Jussel, Bludesch