Leserbrief: “Verqueerte Welt”

Vielen Dank für die klaren Worte von Herrn Rainer Keckeis zu seinem Kommentar “Verqueerte Welt” in den VN vom 27. Juli 2026. Es tut gut, dort auch einmal einen Kommentar zu lesen, der ohne sprachliche Watte und euphemistische Verrenkungen auskommt und die Dinge beim Namen nennt. Besonders treffend beschreibt Herr Keckeis die erstaunliche moralische Schieflage mancher links-grüner Aktivisten: Ausgerechnet jene, die sich selbst auf dem Gipfel der Humanität wähnen, solidarisieren sich mit islamistischen Bewegungen, die Freiheit, Frauenrechte, religiöse Toleranz und sexuelle Selbstbestimmung mit Füßen treten. Hayek hätte darin wohl eine Variante jener verhängnisvollen Anmaßung erkannt, bei der die eigene moralische Gewissheit jede nüchterne Prüfung der Wirklichkeit ersetzt. Wer sich für unfehlbar gut hält, muss aus den Folgen seines Handelns offenbar nichts mehr lernen. Die jüngsten Vorgänge in Berlin liefern dafür erneut reichlich Anschauungsmaterial. Umso wichtiger sind Beiträge wie dieser, die diesen Widerspruch offenlegen und daran erinnern, dass westliche Freiheit und Rechtsstaatlichkeit keine Selbstverständlichkeiten sind.
Dr. Christoph Nussbaumer, Hohenems