Leserbrief: Rhesi und die Sommertrockenheit

Leserbriefe / 11.08.2026 • 14:55 Uhr
Leserbrief: Rhesi und die Sommertrockenheit

Der heurige Sommer gibt uns einen Vorgeschmack von dem, was in Zukunft noch auf uns zukommt. Statt sintflutartiger Regenfälle und Hochwasserkatastrophen wie im Milliardenprojekt Rhesi sind es weiträumig anhaltende Hitzeperioden und zunehmende Trockenheit. Was uns noch bevorsteht, wenn die letzten Schnee- und Eisreste im Bündnerland abgeschmolzen sind, will uns niemand so genau vorhersagen. Nachdem die Tage wieder kürzer werden, betrachten wir Viehhalter mit Sorge unsere bescheidenen Heustöcke und Silovorräte. Wir überlegen uns, ob wir irgendwo noch stehendes Gras zukaufen könnten oder schon jetzt einen Teil unserer Tiere schlachten sollen, damit das Winterfutter für die übrigen sicher ausreicht. Die Abflussmessungen am Rhein zeigen uns, dass zurzeit etwa 100 bis 150 m³/s dem Bodensee zuströmen und dass es tendenziell immer weniger werden. Im Jahrhundertprojekt Rhesi wird für die kommenden 300 Jahre jedoch mit einer möglichen Abflussmenge von 4300 m³/s geplant. Dies erfordert offenbar eine beträchtliche Ausweitung des bisherigen Flussbetts und dadurch eine Vernichtung wertvoller Futterflächen. Dafür versprechen uns die Rhesi-Macher sowie auch wichtige Entscheidungsträger/innen aus St. Gallen und sogar aus dem Rheintal ein ganz neues Naturparadies mit glücklichen Fischlein, Fröschlein und Libellen. Wie diese niedlichen Tierchen im breiten, ausgetrockneten Flussbett dereinst leben sollen, sagen sie uns allerdings nicht …

Sämi Rohner, Diepoldsau (CH)