Manfred Liesinger: Der Tüftler mit großer Leidenschaft für Schirennen und Radsport

28.08.2026 • 10:51 Uhr
Manfred Liesinger: Der Tüftler mit großer Leidenschaft für Schirennen und Radsport

Am 2. Juli verstarb Manfred Liesinger, der mit handwerklichem Geschick gerne Neues gebastelt, repariert und viele Fahrräder wieder flottgemacht hat.

Von Alexandra Pinter

Dornbirn Manfred kam am 5. November 1953 als erster Stammhalter der Liesingers in Mühlebach auf die Welt. Dort wuchs er gemeinsam mit seiner älteren Schwester und zwei jüngeren Brüdern auf. Hineingeboren in eine gestandene Handwerkerfamilie, erlebte Manfred, dass sein Papa Adolf neben seinem Broterwerb als gelernter Spengler am Wochenende noch zum Holzschlägern in den Wald ging. Nach seiner abgeschlossenen Lehre zum Gas-Wasser- und Heizungsinstallateur war er in den folgenden Jahren viel unterwegs, um in namhaften Hotels in Lech für warmes Wasser und wohlige Zimmertemperaturen zu sorgen.

Auch seine beiden Söhne Roman (li) und Raimund (re) konnte Manfred für den Schi- und Radsport begeistern
Auch seine beiden Söhne Roman (li.) und Raimund (re.) konnte Manfred für den Schi- und Radsport begeistern.privat

An den Wochenenden war Manfred meist in der Natur anzutreffen. Bei gemeinsamen Berg- und Klettertouren mit seinen Alpenvereinsfreunden konnte er sich gut erholen und erlebte gesellige Stunden. Dort lernte er auch seine spätere Frau Erika kennen. Bald wurden gemeinsame Pläne geschmiedet und Nägel mit Köpfen gemacht. Auf dem Grundstück von Manfreds Opa in der Kehlerstraße entstand 1976 das spätere Eigenheim. Drei Jahre nach der Fertigstellung konnte Manfred dort seine junge Frau über die Schwelle tragen. Sohn Roman sorgte als Erstgeborener für viel Freude und Lebendigkeit, und nur drei Jahre später komplettierte noch Raimund den Familienverbund.

Immer bestens ausgerüstet konnten Wind und Wetter Manfred nichts anhaben
Immer bestens ausgerüstet, konnten Wind und Wetter Manfred nichts anhabenprivat

Bewegung und Sport wurden bei den Liesingers immer großgeschrieben. Waren es im Sommer die Familienwanderungen, so ging es im Winter gemeinsam auf die Piste. Schon bald machten die beiden Söhne ihren Papa Manfred stolz, indem sie sportlich in seine Fußstapfen traten und selbst Medaillen mit nach Hause brachten.

Manfred kam schon als Bub über seinen Papa Adolf zum Schiclub Mühlebach. Daraus entstand dann sein 60-jähriges, aktives Mitwirken. Über viele Jahre war es Manfreds persönliches Anliegen, dass bei jedem Schirennen die Stangen perfekt gesetzt und die Auffangnetze gut verankert waren, um den Schirennläufern die besten Bedingungen zu ermöglichen.

Manfred war in jeder Hinsicht immer gerne das strahlende
Manfred war in jeder Hinsicht immer gerne das strahlende “Schlusslicht”privat

1992 wagte Manfred den Schritt in die Selbstständigkeit. Über 18 Jahre wurde er dabei tatkräftig von seiner Frau Erika unterstützt. Sie war die treibende Kraft im Hintergrund.

Angekommen im wohlverdienten Ruhestand, wurde seine ursprüngliche Garage zur Kreativ- und Reparaturwerkstätte umfunktioniert. Im Winter wurden dort Schier hergerichtet, und den Sommer über hing so manches Fahrrad an der Decke für einen Rundum-Service. Dort entstanden in geduldiger Kleinarbeit aber auch die unterschiedlichsten Geschicklichkeitsspiele aus Holz. Da war Manfred in seinem Element.

Manfred mit seinem unverwechselbaren Markenzeichen: seinem perfekt gezwirbelten Schnurrbart
Manfred mit seinem unverwechselbaren Markenzeichen: seinem perfekt gezwirbelten Schnurrbartprivat

Bald fand er auch Gefallen am E-Biken und war dann bei zahlreichen Radreisen mit dabei. Meist als gesellige Busbegleitung und unverzichtbarer Helfer des Busfahrers. Als motivierter “Reparierer” ließ er es sich nicht nehmen, seine gut bestückte Werkzeugkiste dabei zu haben, um für alle Teilnehmer ein reibungsloses, gemeinsames Radvergnügen zu ermöglichen.

Fragte man ihn nach den nächsten Plänen, sagte er meist schmunzelnd: “Nöscht Wocho bin i widr furt!” Und damit war die nächste Radreise gemeint – mit seinem neuen E-Bike – einem roten “Zweirad-Ferrari”, der alle Stückle spielte. Ausgestattet mit Rückfahrkamera, Alarmanlage mit Fernbedienung und einem speziellen Lenker, damit Manfred majestätisch aufrecht als verantwortungsbewusstes “Schlusslicht” mitradeln konnte.

In Bewegung und unter Menschen sein war Manfred zeitlebens immer ein Anliegen
In Bewegung und unter Menschen zu sein, war Manfred zeitlebens immer ein Anliegenprivat

Wie sehr Manfred für sein vielseitiges Wirken geschätzt wurde, zeigte sich bei seiner Verabschiedungszeremonie in der voll besetzten Kirche, bei der die zahlreichen Trauergäste gemeinsam nochmals für ihn das Lied “Bergvagabunden” sangen.

Begleitet durch: Bestattung Nuck

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