Rosmarie Wehinger: Ob auf der Bühne oder mitten im Leben, immer mit viel Herz und Humor

01.09.2026 • 13:41 Uhr
Nachruf von Rosmarie Wehinger
Nachruf von Rosmarie Wehinger.privat

Ob mit ihren Käsknöpfle, auf der Theaterbühne oder am Flohmarkt: Rosmarie Wehinger war überall mit Herzblut dabei.

Von Hartmut Hofer

Schwarzach Rosmarie Wehinger, geb. Konzett, wurde am 21. Juni 1941 geboren. Nach dem frühen Tod ihres Vaters wuchs sie mit ihrer Mutter Rosa und den Großeltern in Schwarzach auf. Einfache, liebevolle Verhältnisse, aber offenbar von der Sorte, aus der man Selbstständigkeit und Rückgrat mitnimmt. Beides sollte sie ihr Leben lang begleiten.

    Mit Humor und Herzenswärme prägte Rosmarie Wehinger viele Menschen
Mit Humor und Herzenswärme prägte Rosmarie Wehinger viele Menschen.privat

Schon früh gründete sie ihre eigene Familie. 1960 wurde ihre Tochter Anita geboren. Auch ihre Mutter Rosa blieb ein wichtiger Mittelpunkt ihres Lebens. Mit großer Hingabe kümmerte sich Rosmarie viele Jahre um sie und begleitete sie bis ins hohe Alter.

Beruflich war Rosmarie ebenso engagiert wie privat. Sie arbeitete sich bei Zumtobel bis zur Personalleiterin hoch, kein kleiner Sprung für eine Frau ihrer Generation, und leitete später Weight Watchers. Organisationstalent, Zielstrebigkeit und der wertschätzende Umgang mit Menschen zeichneten sie aus. Bei Zumtobel lernte sie auch ihren zweiten Ehemann Helmut Wehinger kennen. Gemeinsam verbrachten sie glückliche Jahre. Sein früher Tod war ein schwerer Schicksalsschlag. Doch Rosmarie meisterte das Leben mit ihrer bewundernswerten Stärke, Zuversicht und ihrem Optimismus.

1990 trat Armin in ihr Leben, und mit ihm die Reiselust in neuer Auflage. Gemeinsam erfüllten sie sich den Traum einer Wohnung in Torrevieja in Spanien, wo sie viele schöne Monate am Meer verbrachten. Im Sommer zog es sie in ihr Ferienhäuschen nach Klein Venedig in Fußach. Und weil ein Zuhause offenbar nie voll genug an schönen Dingen sein kann, wurde Rosmarie auch noch begeisterte Flohmarkt-Ausstellerin. Nicht nur stöbern, verkaufen!

    Noch mit 84 Jahren stand Rosmarie in der „Kunterbunten Wunderkuh“ auf der Bühne.
Noch mit 84 Jahren stand Rosmarie in der “Kunterbunten Wunderkuh” auf der Bühne.privat

Ihr größtes Glück war ihre Familie. Als ihre Enkel Johannes und Martin geboren wurden, war die Freude groß. Gemeinsam verbrachten sie unzählige Ferientage in Spanien und viele schöne Stunden am Bodensee. Für ihre Familie war Rosmarie kein Weg zu weit und keine Mühe zu groß.

Eine besondere Leidenschaft begleitete Rosmarie über Jahrzehnte: das Theater. Als Gründungsmitglied des Theatervereins Schwarzach engagierte sie sich seit 1987 mit viel Herzblut, über 36 Jahre stand sie auf und hinter der Bühne. Noch mit 84 Jahren begeisterte sie das Publikum in der “Kunterbunten Wunderkuh”. Wer sich fragt, woher sie die Energie dafür nahm: vermutlich aus derselben Quelle, aus der auch ihr Humor kam. Unerschöpflich.

Auch im Alltag verstand Rosmarie es, das Leben zu genießen. Sie kochte leidenschaftlich gern, ihre Käsknöpfle hatten beinahe legendären Ruf. Freundschaften pflegte sie ebenso wie die regelmäßigen Treffen mit ihrer Mädelsrunde, bei denen viel gelacht wurde. Auch ein gepflegtes Auftreten war ihr wichtig. Der wöchentliche Friseurbesuch gehörte für sie genauso dazu, wie schön angezogen und mit einem Lächeln das Haus zu verlassen.

Beim 80er mit Tochter Anita und den Enkeln Johannes und Martin
Beim 80er mit Tochter Anita und den Enkeln Johannes und Martin privat

Vor einigen Monaten erhielt Rosmarie die Diagnose, die ihr Leben veränderte. Sie wusste, dass ihre Zeit begrenzt war. Umso tröstlicher ist der Gedanke, dass sie friedlich, schmerzfrei und zu Hause am 5. Juli Abschied nehmen durfte. So, wie es sich ihre Lieben wünschten. Mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht.

Rosmarie Wehinger wird als liebevolle Mama, stolze Oma, treue Freundin und Mensch in Erinnerung bleiben, der das Leben nicht nur gelebt, sondern gefeiert hat. Ihr Lachen, ihr Humor und ihre Herzlichkeit werden allen fehlen, die das Glück hatten, ein Stück ihres Weges mit ihr zu gehen. Und ihre Käsknöpfle natürlich auch. Vermutlich in dieser Reihenfolge, oder auch nicht.

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