Leserbrief: Was wir heute zerstören, fehlt morgen

Ich sehe die geplante Novelle des Vorarlberger Naturschutzgesetzes mit großer Sorge. Bei Ufern, Bauvorhaben, Straßen, Parkplätzen und Lagerflächen sollen künftig größere Eingriffe erlaubt sein, ohne dass sie naturschutzrechtlich geprüft werden müssen. Gleichzeitig sollen Beteiligungs- und Beschwerdemöglichkeiten eingeschränkt werden. Was nützt uns ein Naturschutzgesetz, wenn immer mehr Eingriffe gar nicht mehr geprüft werden? Ein Bach verliert seine ökologische Bedeutung nicht dort, wo fünf Meter enden. Ein wertvoller Lebensraum wird nicht weniger wertvoll, nur weil eine bestimmte Flächengrenze erreicht oder unterschritten wird. Und viele kleine Eingriffe können unsere Landschaft Schritt für Schritt verändern. Wir reden hier nicht über irgendeine abstrakte Materie. Es geht um Flüsse, Moore, Wiesen, Wälder, Lebensräume und Arten – also um Dinge, die wir unseren Kindern nicht einfach wieder zurückgeben können, wenn sie einmal verschwunden sind. Was gibt es eigentlich Wichtigeres als unsere Natur – die Grundlage unseres Lebens und unserer Zukunft? Ich wünsche mir deshalb von der Politik keine Deregulierung um jeden Preis. Ich wünsche mir, dass Vorarlberg auch in Zukunft ein Land bleibt, in dem die Natur nicht erst dann geschützt wird, wenn sie bereits zerstört ist.
Laura Kuhlmey, MA, Feldkirch