Leserbrief: Naturnahe Waldentwicklung

Wir alle lieben unseren Wald. Natur ist Veränderung, bleibt nie stehen. Bewahren ist Utopie. Aber wir leben mitten in einem Klimawandel, der jede “normale” Waldentwicklung und eine damit verbundene Waldveränderung längst überholt hat. D. h. wir müssen uns um unseren Wald sorgen. Wir müssen unseren Wald so pflegen und weiterentwickeln, dass er dem Klimawandel standhalten kann. Unsere Waldeigentümer:innen haben mithilfe unserer Waldaufseher:innen schon bisher sehr gute, vorausschauende Arbeit geleistet. Das beweist die internationale Aufmerksamkeit, die unseren Wäldern, unserem naturnahen Waldbau gezollt wird. Basis dafür ist ein weit vorausschauendes Forstgesetz (Baumartenkatalog!). Dem trägt jetzt auch der Entwurf des Vorarlberger Naturschutzgesetzes Rechnung, wenn “Maßnahmen der üblichen forstwirtschaftlichen Nutzung” weitgehend – naturschutzrechtlich – bewilligungsfrei gestellt werden. Jedes Behördenverfahren im Forst muss ohnehin (EU-)Arten-/Vogel-/Ufer-/Auwald-/usw.-Schutz mitberücksichtigen. Niemand pflanzt Neophyten, niemand baut bei uns Autobahnen im Wald. Aber ein Forstweg muss in seinen Dimensionen dem heutigen Stand der Forstmaschinentechnik entsprechen, muss Bäche ohne zusätzlichen Uferschutz queren dürfen. Und wir brauchen dringend zugelassene Baumarten aus dem Bundesforstgesetz als Ergänzung, weil unsere bisherigen den Klimawandel nur bedingt aushalten werden. Naturnahe Waldbewirtschaftung muss den heutigen Anforderungen entsprechend ohne zusätzliche bürokratische Hürden sichergestellt werden. Denn: Wir alle brauchen unseren Wald – langfristig!
Sylvia Rickmann, Hörbranz