Leserbrief: Studentenproteste

Jugendliche gehen in Frankreich auf die Straße, weil ihre Studiengebühren nicht mehr bezahlt werden. Was ist bei uns passiert? Österreich will die Jugend unterstützen, aber was ist mit den alten Menschen, die unseren heutigen Lebensstandard nach dem Krieg wieder aufgebaut haben? Eine sehr schwierige Frage, denn die Jugend hat sich schon lange daran gewöhnt, in ihrer Entwicklung unterstützt zu werden. In den kommenden Jahren beträgt das Uni-Budget 16 Milliarden. Also genauso viel wie in den vergangenen Jahren. Die Lebenshaltungskosten steigen und eine Anpassung ist derzeit im Budget nicht möglich. Aber alle Studierenden, die ich kenne, versuchen, ihre Kosten teilweise selbst zu tragen, indem sie z. B. Arbeiten, die im Rahmen des Studiums anfallen, verrichten, um etwas dazuzuverdienen und auch zu lernen. Gerade in Vorarlberg kenne ich Studenten, die viel auf sich nehmen, um gemeinsam mit ihren Eltern ein Studium möglich zu machen. Leicht ist es nicht, aber sie machen es mit Begeisterung, um ihr Leben zu gestalten. Ich finde es großartig, wenn viele junge Menschen, anstatt auf die Straße zu gehen, ihre Zukunft mit einigen Entbehrungen in die Hand nehmen. Das ist der richtige Weg und die Jugend in Vorarlberg hat genau diesen Weg gewählt.
Renate Moser, Lochau