Erwin Vögel: Der sportliche Freigeist mit viel Familiensinn

Ob Verkaufstalent, Masseur oder Sportskanone: Erwin Vögel war auch für seine Familie der stabile Mittelpunkt.
Von Alexandra Pinter
Bregenz Erwin Vögel kam am 23. Juni 1942 in Kisslegg zur Welt. Zu dieser Zeit war sein Vater in Kriegsgefangenschaft, und nach seiner Rückkehr übersiedelte die Familie nach Langen bei Bregenz. Dort wuchs er gemeinsam mit seinen fünf Geschwistern auf.

Nach seiner abgeschlossenen Metzgerlehre folgte Erwin seiner Berufung und wurde Verkäufer und Außendienstler bei der Fa. Unilever. In dieser Funktion war er in ganz Vorarlberg und im benachbarten Tirol unterwegs und kümmerte sich bis zu seiner Pensionierung um den Verkauf von Eskimo-Produkten. Parallel dazu absolvierte Erwin eine Ausbildung zum Sportmasseur. In weiterer Folge kamen die Fußballer vom damaligen Verein Casino Schwarz-Weiß Bregenz ein- bis zweimal wöchentlich in den Genuss von Erwins Massage.
Privates Glück mit Elisabeth
Sein privates Glück fand er 1965 mit Elisabeth. Die beiden lernten sich kennen und lieben. Bald darauf wurden die beiden innerhalb von fünf Jahren mit drei Kindern gesegnet: Margit, Christian und Susanne. In diese aktive Familienzeit fiel auch der Umzug nach Bregenz.
Bewegung und Sport waren über viele Jahre wichtige Fixpunkte in Erwins Leben. Als aktiver Gewichtheber beim AC Rollfix konnte er mehrfach den österreichischen Staatsmeistertitel erringen, und 1976 krönte er seine sportliche Karriere mit der Teilnahme an der Europameisterschaft, die in Madrid ausgetragen wurde.

Auch mit seinem Rennrad war Erwin gerne unterwegs, ob in der heimischen Region wie im Vorderwald oder am Pfänder oder mit seiner Radler-Clique in Südtirol. Aktiv zu sein lieferte Erwin immer die passende Energie, genauso wie der wöchentliche Saunabesuch am Donnerstag, ein unverzichtbarer Pflichttermin über viele Jahre.
Gemeinsame Reiselust
Seine Reiselust lebte er meist mit seiner Gattin Elisabeth aus. Über viele Jahre genossen die beiden regelmäßige Skiwochen in Seefeld und die Frühlingszeit auf Mallorca. Auch gelegentliche Abstecher nach Südtirol waren mit dabei.
Als Familienoberhaupt war es ihm zeitlebens ein Anliegen, für seine Lieben präsent zu sein. Dazu gehörte auch, seine Kinder ins Erwachsenwerden zu begleiten. Man wusste: Auf den Papa ist Verlass, und mit dieser Beständigkeit und dem Erfahrungsschatz im Hintergrund war er für seine Familie der Fels in der Brandung. Mit seinem offenen Ohr in allen Lebenslagen war er eine Leitfigur für seine Kinder und gleichzeitig stolzer Opa von Anna Lena und Luca.

Nach seinem Wechsel in die Pension freute er sich über mehr Zeit und bekochte seine Lieben schon mal mit gegrilltem Schweinebauch oder einem knusprigen Gröstl. Seine Demenzerkrankung brachte dann einige Veränderungen in das Familienleben der Vögels. Im Laufe der Zeit wurde dann auch Hilfe von außen notwendig, und schließlich konnte Erwin in sein neues Zuhause im Pflegeheim im Tschermakgarten übersiedeln, wo er sich gut betreut auf seine letzte Reise vorbereitet hat.
Erwin wird in Erinnerung bleiben als geradliniger und liebevoller Ehemann, Papa und Opa, der als Freigeist wertvolle Samen für seine Lieben säen und so ein wertvolles Erbe hinterlassen konnte: Wurzeln des Urvertrauens, verbunden mit seinem Spruch: “Jetzt ist alles gut.”

Begleitet durch: Bestattung Petschenig
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