Opferzahl angestiegen: Durchschnittlich drei Kinderunfälle pro Woche auf Vorarlbergs Straßen

VN / 22.02.2019 • 12:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Laut Statistik war bisher jedes fünfte Kind, das Opfer eines Verkehrsunfalles wurde, mit dem Fahrrad unterwegs.
Laut Statistik war bisher jedes fünfte Kind, das Opfer eines Verkehrsunfalles wurde, mit dem Fahrrad unterwegs.

Zahl der verletzten Minderjährigen im Straßenverkehr im Vorjahr gestiegen.

Schwarzach In Vorarlberg kommt es im Schnitt jede Woche zu drei Verkehrsunfällen, bei denen Kinder verletzt wurden, macht der Verkehrslcub Österreich (VCÖ) aufmerksam. Im Vorjahr ist die Zahl der Kinderunfälle gestiegen. Das Verkehrssystem muss mehr Rücksicht auf Kinder nehmen, betont der VCÖ. Im Ortsgebiet kann mit Verkehrsberuhigung, einem dichten Netz an Geh- und Radwegen und übersichtlichen Kreuzungen die Sicherheit der Kinder erhöht werden.

Vier von zehn Opfern im Pkw

„Unser Verkehrssystem nimmt auf die Kinder zu wenig Rücksicht. Das spiegelt sich leider auch in der Unfallstatistik wieder“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest. In Österreich passieren im Schnitt jeden Tag sieben Verkehrsunfälle, bei denen Kinder verletzt werden. In Summe sind es jedes Jahr rund 2800 Kinder, die in Österreich bei einem Verkehrsunfall verletzt werden. Am häufigsten verunglücken Kinder als Pkw-Insassen, nämlich vier von zehn Unfallopfern. Jedes vierte Kind, das Opfer eines Verkehrsunfalls wurde, war zu Fuß unterwegs und jedes fünfte mit dem Fahrrad.

Unser Verkehrssystem nimmt auf die Kinder zu wenig Rücksicht. Das spiegelt sich leider auch in der Unfallstatistik wieder

Christian Gratzer

VCÖ-Sprecher

In Vorarlberg wurden in den vergangenen Jahren im Schnitt rund 180 Kinder pro Jahr bei Verkehrsunfällen verletzt. Im ersten Halbjahr 2018 (für das zweite Halbjahr liegen noch keine Daten vor) ist die Zahl der Kinderunfälle um zwölf Prozent gestiegen. Nach 83 Unfällen im ersten Halbjahr 2017 nahm die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern um zehn auf 93 zu, 96 Kinder wurden dabei verletzt.

Für Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, ist im Ortgebiet Verkehrsberuhigung wichtig. Tempo 30 statt Tempo 50 erhöht die Verkehrssicherheit. Wichtig sind ein dichtes und durchgängiges Netz an ausreichend breiten Gehwegen sowie gute Radverbindungen. Um Kreuzungen übersichtlicher zu machen und damit Autofahrer Kinder besser sehen können, soll das Halte- und Parkverbot vor Schutzwegen von derzeit fünf auf zehn Metern ausgeweitet werden, betont der VCÖ.

Vorbild Volksschule Schendlingen

Positiv für die Schulwegsicherheit sind Projekte wie der Gut-Geh-Raum vor der Volksschule Bregenz Schendlingen. Die Straße vor der Schule ist an Schultagen von 7.15 bis 17 Uhr gesperrt. Wichtig sei zudem, dass Lkw rasch mit elektronischen Abbiegeassistenten nachgerüstet werden, damit Unfälle durch abbiegende Lkw verhindert werden.