Lilli Deutsch aus Feldkirch kämpft gegen PET-Flaschen

06.06.2019 • 06:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lilli Deutsch benötigte für ihren PET-Man, eine lebensgroße Plastikfigur, etwa 130 PET-Flaschen. Vn/Gunz

Die Umweltschützerin Lilli Deutsch setzt sich für Glas- statt Plastikflaschen in Schulen ein.

Feldkirch Etwas Wichtiges zu machen, war für Lilli Deutsch das Ausschlaggebende, als sie sich vor sechs Jahren an einer Ausschreibung als Jugendbotschafterin der Caritas Auslandshilfe beteiligt hat. Da ihr das Aufgabengebiet gefallen hat, ist sie dabei geblieben. Die Feldkircherin hat in ihrer Funktion als Jugendbotschafterin schon Verschiedenstes gemacht. Workshops in Schulen waren ebenso dabei wie Reisen. Besonders in Erinnerung geblieben ist der 19-Jährigen ihre Reise nach Äthiopien, bei der sie mit einheimischen Jugendlichen unterwegs war. „Das war ein Highlight für mich, da wir zwar unterschiedlich sozialisiert waren, aber trotzdem alle gleich getickt haben“, erklärt Lilli Deutsch.

Verzicht auf Plastik

Als Jugendbotschafterin liegt ihr besonders die Umwelt am Herzen. Die künftige Psychologie-Studentin achtet persönlich darauf, nicht zu viel Fleisch zu essen, möglichst Naturkosmetik zu verwenden und den Plastikverbrauch einzuschränken. „Ich bin damit aufgewachsen, auf die Natur zu achten. Meine Mutter hat mir diese umweltfreundliche Einstellung von klein auf vorgelebt. Ich gebe aber zu, dass die Umsetzung nicht immer einfach ist“, erklärt die musikalische Jugendliche. Ihrer Erfahrung nach haben schon viele junge Menschen ein Bewusstsein für Umweltschutz entwickelt und das hat einen einfachen Grund: „Wir müssen damit leben. Uns betrifft es.“

Glas- statt Plastikflaschen

Eine besondere Herausforderung für die Menschen und die Umwelt ist und wird das Thema Plastik sein. Deshalb haben sich die Jugendbotschafter mit ihrem Projekt „Drastic Plastic“ zum Ziel gesetzt, alle höheren Schulen davon zu überzeugen, von Plastikflaschenautomaten auf Glasflaschenautomaten umzustellen. „Würden Österreichs Schulen auf Glasflaschen und Pfandautomaten umstellen, könnten wir jährlich über sechs Millionen PET-Flaschen einsparen“, rechnet Deutsch vor. Ihr ist zwar klar, dass der Abtransport von Glas hauptsächlich bei größeren Schulen eine logistische Herausforderung sei, „aber das sollte uns nicht davon abhalten, Lösungen zu suchen und zu entwickeln“. Die ersten Rückmeldungen machen den Jugendbotschaftern für UN-Kinderrechte und nachhaltige Entwicklungsziele Mut. Eine Schule stellt auf Pfandflaschen um und ein regionaler Getränkehersteller hat seine Kooperation zugesagt. Die Jugendbotschafter haben für die Umstellung auf Glasflaschen eine Stoffsammlung und Workshops für interessierte Schulklassen entworfen.

Lebensgroße Plastikfiguren

Darüber hinaus haben die Jugendbotschafter die Jugendlichen eingeladen, einen eigenen PET-Man zu bauen. „Ich habe für einen PET-Man etwa 130 Flaschen benötigt“, verrät Lilli Deutsch ihre Bauerfahrung. Diese lebensgroße Figur aus Plastikflaschen können die Schüler dann auf der PET-Parade am 14. Juni am Dornbirner Marktplatz präsentieren.  Diese schulbezogene Parade ist eine von 111 vorarlbergweiten Veranstaltungen, die im Rahmen der Vorarlberger Umweltwoche, die noch bis zum 16. Juni dauert, über die Bühne gehen. Damit diese Parade einen nachhaltigen Effekt hat, schlägt die Jugendbotschafterin vor, den PET-Man nach der Veranstaltung in der Schulaula aufzustellen. „Diese Figur soll die Schüler an den Plastikkonsum erinnern und daran, mit Plastik in unserem Alltag verantwortungsbewusst umzugehen“, appelliert Lilli Deutsch.

Lilli Deutsch

Kinder- und Jugendbotschafterin für UN-Kinderrechte und nachhaltige Entwicklungsziele (SDG) bei der Caritas Auslandshilfe

Alter 19

Ausbildung Matura, ab Herbst Psychologie-Studium

Hobbys Cello und Gitarre spielen, mit Freunden treffen

Lebensmotto Laber net – tua was!