Schleichverkehr über die Letze wird erschwert

VN / 01.07.2019 • 21:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Anrainerprotest auf der Letze: Die Anwohner fordern ein zweites temporales Fahrverbot. Das kommt nicht, aber eine Ampel soll Entlastung bringen. HEILMANN

Marktgemeinde Frastanz und Stadt Feldkirch versuchen gemeinsam, dem Schleichwegverkehr durch die Parzellen Fellengatter (Frastanz) und Feldkirch Herr zu werden. Zweites temporales Fahrverbot gibt es aber keines.

Gernot Schweigkofler

Feldkirch, Frastanz Anfang Juni reichte es den Anrainern der Feldkircher Letze und der Frastanzer Parzelle Fellengatter. Sie nutzten just die Zeit um 16 Uhr, um auf ihrer Straße mit Fahrrad und Kinderwägen zu spazieren. Zusätzlich blockierten sie ihre Hauseinfahrten, also den eigenen Grund. Das resultierte in einem Verkehrschaos. Denn die Überfahrt wird von 16 bis 18 Uhr von Liechtenstein kommend in Fahrtrichtung Frastanz von 400 bis 500 Autos pro Stunde genutzt. Die Pendler versuchen dem Stau vor der überlasteten Bärenkreuzung zu entgehen.

In Fellengatter hat die Marktgemeinde Frastanz bereits einige Maßnahmen gesetzt, so auch diese Bodenmarkierung, die auf Kinder (Spielplatz, Volksschule) aufmerksam macht. Frastanz/Neyer
In Fellengatter hat die Marktgemeinde Frastanz bereits einige Maßnahmen gesetzt, so auch diese Bodenmarkierung, die auf Kinder (Spielplatz, Volksschule) aufmerksam macht. Frastanz/Neyer

Feldkirch und Frastanz wollen das Thema jetzt gemeinsam angehen. Die Bürgermeister Wolfgang Matt und Walter Gohm präsentierten gemeinsam ihre Pläne. Frastanz hatte bereits im Rahmen des Verkehrskonzepts einige Maßnahmen getroffen. So wurden Tempo 30 (alle Nebenstraßen) bzw. 40 auf der durchführenden Straße verordnet. Poller sorgen zusätzlich für verringerte Geschwindigkeiten.

Hier werden zukünftig zwei Ampeln auf der Letzestraße und der Gallmiststraße (rechts) angebracht. Heilmann
Hier werden zukünftig zwei Ampeln auf der Letzestraße und der Gallmiststraße (rechts) angebracht. Heilmann

Am Montag wurden auch neue Ansätze präsentiert. Noch im Sommer wird im Kreuzungsbereich Letzestraße/Gallmiststraße/Weihergasse eine Ampelanlage installiert. Diese wird der Buslinie 7 in Zukunft eine freie Durchfahrt von der Amerdonastraße nach Feldkirch verschaffen. „Damit wird auch das Eigentum der Anrainer geschützt“, erklärt Matt. Die Ampel wird zudem von 16 bis 18 regulär eingeschaltet. Das macht den Schleichweg unattraktiver. Dazu kommen fixe und mobile Radarboxen, die dafür sorgen sollen, dass die Tempolimits eingehalten werden. Zudem werde man mit Verkehrszählungen den Nutzen evaluieren.

Kein zweites temporales Fahrverbot

Die Forderung der Anrainer nach einem temporalen Fahrverbot von 16 bis 19 Uhr, analog zum bestehenden Fahrverbot zwischen 7 und 8 Uhr, wird allerdings nicht erfüllt werden. „Ein zusätzliches Fahrverbot über die Letze ist rechtlich nicht möglich. Es würde die Situation an der Bärenkreuzung verschlechtern, das wäre letzten Endes auch nicht fair“, erklärt Wolfgang Matt. Es sei wichtig, mit Nachdruck am Stadttunnel zu arbeiten, dieser könne bei einer Entflechtung des Verkehrs helfen. Aber auch weitere Maßnahmen seien notwendig. Matt zeigte sich etwa optimistisch, dass der Lkw-Rückstau an der Grenze noch heuer etwas entschärft werden könne. Und auch das benachbarte Liechtenstein sei gefordert. „Ein Ziel ist umsteigen statt umfahren. Der ÖPNV muss noch attraktiver werden“, erklärte Gohm. Auch hier sind die Nachbarn gefordert, ein 15-Minuten-Takt ins Fürstentum würde viel bringen, sind die Bürgermeister überzeugt.