Das sagt Wolfgang Ambros im VN-Interview

VN / 30.11.2019 • 15:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wolfgang Ambros steht seit 48 Jahren auf der Bühne. PRIVAT

Wolfgang Ambros kommt als Support von Seiler und Speer ins Tennis Event Center. Der Musiker im VN-Interview.

Herr Ambros, wie geht es Ihnen nach Ihrer Operation?

Die Frage muss eher lauten: Wie geht es Ihnen heute. Es war eine sehr große Operation, mir wurde quasi das ganze Rückgrat aufgestemmt und wieder zusammengeflickt und jeder Tag verläuft anders. Es braucht halt jetzt seine Zeit, bis alles verheilt. Aber am heutigen Tag geht’s mir eh relativ gut.

Fühlen Sie sich wieder fit für die Bühne?

Na, fit ist was anderes, aber zum Singen auf der Bühne reicht es. Ich werde keine großen Sprünge machen können, aber ich werde selbstständig auf der Bühne stehen. Naja, zum Gitarrespielen muss ich dann halt sitzen, ich habe strenge Auflagen von meinem Operateur bekommen. Dem gefällt das ja gar nicht, dass ich das jetzt mache, aber die Dezember-Konzerte wollte ich nicht absagen. Und auf den Auftritt in Hohenems am 7. Dezember freue ich mich ja auch schon sehr.

Sie sind jetzt 67 und haben 48 Bühnenjahre mit Höhen und Tiefen auf dem Buckel. Wie sieht Ihre Bilanz aus?

Am Anfang ist man euophorisch, dann wird es zur Gewohnheit, dann erfolgen Rückschläge, die man dann aufarbeitet, und das Ganze mündet dann in ein ruhigeres Fahrwasser, in dem ich mich jetzt befinde.

Ist das ruhigere Fahrwasser die Station, in der Sie sich wohlfühlen?

Ich habe alles gehabt, was man sich nur wünschen kann. Im ruhigeren Fahrwasser muss ich mich jetzt halt befinden, weil ich das anders gar nicht aushalten könnte. Ich muss mich jetzt in Geduld üben.

Können Sie das? Sind Sie geduldig?

Naja, ich bin’s halt geworden. Das Ganze ist ja nicht von heute auf morgen so geworden.  

Macht es nach wie vor Spaß, auf der Bühne zu stehen bzw. die letzten Jahre ja sitzen?

Ja ja. Es ist genau dasselbe Gefühl. Nicht mehr so hektisch wie früher, das heißt, ich fahre nicht mehr jede Woche in eine andere Stadt für einen Auftritt, sondern lege mehr Wert auf Regenerationszeiten. Aber die Konzerte, die ich spiele, genieße ich darum umso mehr.

Wir werden Sie und Ihre Band nächste Woche als Special Guest beim Seiler & Speer-Konzert in Hohenems erleben. Sie werden also wieder mit Ihrem Sohn, der Schlagzeuger bei Seiler & Speer ist, auf der Bühne stehen.  

Ja, das ist ja jetzt etwas Besonderes, wir haben noch nie das Vorprogramm von jemandem gespielt. Aber für die Jungs machen wir das sehr gerne.

Funktioniert das gut – Vater und Sohn auf gemeinsamer Konzertreise?

Ja schon. Wir machen das ja nicht jeden Tag. Wir spielen in Hohenems zuerst unser Programm und danach spielen Seiler & Speer ihres. Ich werde dann später nochmal für unser gemeinsames Lied „Servus du“ auf die Bühne kommen.  

Erlauben Sie mir abschließend eine freche Frage: Sie haben den legendären Ruf eines Grantlers, bei unserem Gespräch merke ich aber gar nichts davon. Spüren Sie mit 67 vielleicht so etwas wie Altersmilde?

Nein. Aber wenn Leute – meist sind das Journalisten – mich überhaupt nicht kennen und alles, was sie über mich wissen, nur von ihrer Recherche aus dem Netz haben, dann sind sie oftmals enttäuscht oder gar erbost darüber, dass ich mich nicht an die vorgegebenen Verhaltensregeln halte. Dann heißt‘s halt schnell mal, dass ich grantig bin.  FA